Bilanz von Januar bis JuniDeutsche Unternehmen exportieren deutlich mehr nach Mittel- und Osteuropa – insgesamt 154,4 Milliarden Euro

Deutschlands Exporteure haben von Januar bis Juni deutlich mehr Waren in die Länder Mittel- und Osteuropas geliefert.
Wie der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft mitteilte, stiegen die Ausfuhren im ersten Halbjahr 2026 um fast elf Milliarden Euro auf 154,4 Milliarden Euro. Demnach glichen die 29 vom Ost-Ausschuss betrachteten Zielländer das Minus bei den deutschen Exporten nach China und in die USA von rund zehn Milliarden Euro "mehr als aus".
"Mittel- und Südosteuropa können China und die USA natürlich nicht ersetzen. Es wird aber höchste Zeit, die große Bedeutung unserer östlichen Nachbarländer für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland zu erkennen", erklärte die Ost-Ausschuss-Vorsitzende Cathrina Claas Mühlhäuser. Deutschland und die EU müssten dringend "den europäischen Binnenmarkt stärken, Handelshemmnisse abbauen, die Verkehrs- und Energieinfrastruktur Richtung Osten ausbauen und die EU-Erweiterung konsequent voranbringen".
Auch die Importe aus der Region nach Deutschland wuchsen den Angaben nach. Sie legten um 2,8 Prozent auf 134,5 Milliarden Euro zu. Stark stiegen laut Ost-Ausschuss erneut die deutschen Exporte nach Polen, die im ersten Halbjahr um 9,2 Prozent auf 53,8 Milliarden Euro anwuchsen. Auch die Ausfuhren nach Tschechien verzeichneten ein kräftiges Plus von 14 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro. Nach Ungarn, Rumänien und in die Slowakei lieferten deutsche Unternehmen ebenfalls mehr Waren als im Vorjahreszeitraum.
Die deutschen Exporte in die Ukraine hingegen gingen um 1,4 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro zurück, wie der Ost-Ausschuss weiter mitteilte. Claas Mühlhäuser zufolge braucht es "unbürokratische Finanzierungslösungen und faire Beteiligungsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen an europäisch finanzierten Wiederaufbauprojekten", um private Investitionen und Exporte zu ermöglichen.
Einen weiteren Einbruch sowohl der Exporte als auch der Importe verzeichnete der Ost-Ausschuss im deutsch-russischen Handel. Russland liege nun nur noch auf Rang 49 der deutschen Handelspartner, erklärte der Verband. Im Vorkriegsjahr 2021 habe das Land noch zu den 15 wichtigsten Handelspartnern der Bundesrepublik gehört. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft wurde 1952 gegründet und fördert die deutsche Wirtschaft in 29 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas, des Südkaukasus und Zentralasiens.