Millionen Menschen auf der FluchtDeutschland und weitere Länder warnen vor bevorstehenden Gräueltaten im Sudan

Eine internationale Koalition bestehend aus Deutschland und weiteren Ländern warnt vor bevorstehenden Gräueltaten im Sudan.
Eine internationale Koalition bestehend aus Deutschland und weiteren Ländern warnt vor bevorstehenden Gräueltaten im Sudan. Durch einen erwarteten Großangriff der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) auf die Stadt Al-Obeid drohten rund 500.000 Zivilisten Gräueltaten zum Opfer zu fallen, sagte der norwegische UN-Botschafter Tormod Endresen am Donnerstag in Genf. Unter den gefährdeten Menschen seien mehr als 100.000 Binnenvertriebene. Endresen sprach im Namen einer Allianz, der neben Deutschland und Norwegen unter anderem Großbritannien, Frankreich und Kanada angehören. Die Gruppe forderte die RSF auf, die Angriffe auf Al-Obeid sofort einzustellen. Die Stadt im Bundesstaat Nord-Kordofan war zuletzt zehn Tage in Folge Ziel von Drohnenangriffen, bei denen mindestens 50 Zivilisten getötet wurden.
Der Krieg im Sudan hat fast 14 Millionen Menschen in die Flucht getrieben und zu Hungersnöten sowie Krankheitsausbrüchen geführt. Nach mehr als drei Jahren des Konflikts kontrolliert die sudanesische Armee das Zentrum und den Osten des Landes, während die RSF ihre Macht in der westlichen Region Darfur gefestigt hat. Beide Seiten kämpfen um die dazwischen liegende, landwirtschaftlich wichtige Region Kordofan. Im Oktober hatte die RSF nach einer 18-monatigen Belagerung die Großstadt Al-Faschir in Darfur eingenommen. Die USA und Menschenrechtsorganisationen werfen den RSF vor, in West-Darfur einen Völkermord an Nicht-Arabern begangen zu haben – als Fortsetzung der seit Langem andauernden Gewalt, die auf Landstreitigkeiten zurückzuführen ist. Die Miliz weist dies zurück und erklärt, Verantwortliche für Übergriffe würden zur Rechenschaft gezogen.