Wegen CyberangriffenEU verhängt neue Sanktionen gegen Russland

Die Europäische Union hat wegen weitreichender russischer Cyberangriffe Sanktionen gegen neun Personen und vier Organisationen verhängt.
Die Strafmaßnahmen richten sich unter anderem gegen Offiziere des russischen Militärgeheimdienstes GRU sowie gegen Cyberkriminelle und private Unternehmen, wie die EU am Montag mitteilte. Das Auswärtige Amt bestellte den russischen Botschafter in Berlin ein. "Cyberangriffe gegen Deutschland, EU-Partner und die Ukraine sind inakzeptabel", teilte das Ministerium auf der Plattform X weiter mit. "Wir reagieren darauf entschlossen, auch mit zusätzlichen Sanktionen."
Auch das französische Außenministerium teilte mit, es beabsichtige, den russischen Botschafter in Paris einzubestellen. Minister Jean-Noel Barrot verurteilte die "großangelegte Cyber-Kampagne" Russlands. Die EU wirft Russland vor, ein Netzwerk aus staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren für Sabotage und Spionage zu nutzen. Insbesondere das 16. Zentrum des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB steuere verschiedene Hackergruppen wie "Turla". Das Zentrum nehme seit Jahren Regierungsnetze und kritische Infrastruktur in der EU und in Partnerländern wie der Ukraine ins Visier.
Zu den betroffenen EU-Ländern gehören den Angaben zufolge neben Deutschland und Frankreich auch Polen, Österreich und Finnland. In Deutschland wurden Regierungsstellen attackiert. In Polen verübte das FSB-Zentrum der EU zufolge Sabotageakte an kritischer Infrastruktur wie Heizkraftwerken. In Frankreich wurden strategische Regierungsstellen und die Rüstungsindustrie ausspioniert. Bei der Abwehr solcher Bedrohungen arbeitet die EU eng mit Großbritannien und der Nato zusammen. Die EU forderte Russland auf, das Völkerrecht und die UN-Richtlinien für verantwortungsvolles Verhalten im Cyberspace zu respektieren.