Kurznachrichten

Seit Oktober letzten Jahres EU verweigert 27.000 Drittstaatenangehörigen die Einreise

10.04.2026, 14:15 Uhr
Im-Schengen-Raum-wurden-seit-der-schrittweisen-Einfuehrung-des-neuen-Systems-etwa-27-000-Reisen-verwehrt
(Foto: Darko Bandic/AP/dpa)

Seit Einführung des neuen elektronischen Einreisesystems der EU im Oktober wurde nach Kommissionsangaben 27.000 Drittstaatenangehörigen die Einreise verweigert.

Davon seien mehr als 700 Menschen als "Sicherheitsrisiko" für die Union identifiziert worden, teilt die EU-Kommission am Freitag mit. Insgesamt seien 51,5 Millionen Ein- und Ausreisen von Drittstaatlern registriert worden.

Das elektronische Schengen-Einreisesystem EES war im Oktober vergangenen Jahres eingeführt worden. Die Frist für die schrittweise Umsetzung in den Mitgliedstaaten endete am Donnerstag. EU-Innenkommissar Magnus Brunner sprach von einem "wichtigen Meilenstein für die Modernisierung und Stärkung des europäischen Außengrenzschutzes". Die Sicherheit der EU-Bürger habe "für uns höchste Priorität". Das EES werde "diesem Anspruch gerecht".

Mit dem sogenannten Entry-Exit-System will die EU die Ein- und Ausreisen von Drittstaatenangehörigen genauer erfassen sowie Überschreitungen der erlaubten Aufenthaltsdauer und Einreiseverbote dokumentieren. Unter dem neuen System ersetzen biometrische Daten zur Gesichts- oder Fingerabdruckerkennung den herkömmlichen Stempel im Pass. EES soll den Datenzugriff beschleunigen und damit helfen, grenzüberschreitende Kriminalität und Terrorismus zu bekämpfen.

Am EES nehmen alle EU-Länder mit Ausnahme Irlands und Zyperns sowie die Nicht-EU-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz teil. Laut EU-Kommission handelt es sich um das "modernste IT-Grenzsystem der Welt". Es decke "systematisch" Dokumenten- und Identitätsbetrug auf.

Den Angaben zufolge dauerte in Deutschland die Registrierung einer Ein- oder Ausreise mit dem EES im Durchschnitt 30 Sekunden. Der EU-Durchschnitt sei 70 Sekunden, hieß es. In der Bundesrepublik wurden demnach seit Oktober 3,5 Millionen Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern registriert und mehr als 2000 Einreisen verweigert, insbesondere an den Flughäfen.

Quelle: ntv.de, AFP

Regionales