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Unerwarteter RückgangEinzelhandel in Deutschland verzeichnet im März stärksten Umsatzrückgang seit 3,5 Jahren

30.04.2026, 10:24 Uhr
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Der deutsche Einzelhandel hat im März überraschend den stärksten Umsatzschwund seit dreieinhalb Jahren erlitten.

Die Einnahmen fielen um 1,5 Prozent geringer aus als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Inflationsbereinigt (real) gab es sogar einen Rückgang von 2,0 Prozent - dies war bereits das dritte Minus in Folge und zugleich das größte seit Oktober 2022. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten hier lediglich mit einem Mini-Minus von 0,1 Prozent gerechnet. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat sanken die realen Umsätze um 2,0 Prozent.

Experten führen das schwache Abschneiden auf die gestiegene Inflation infolge der durch den Iran-Krieg stark erhöhten Energiepreise zurück, die an der Kaufkraft der Kunden nagt. "Die Einzelhandelsumsätze für den März geben einen Vorgeschmack auf die wirtschaftlichen Schäden durch den Iran-Krieg", sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. "Bleibt mehr Geld an der Tankstelle liegen, bleibt weniger übrig für anderweitigen Konsum."

Auffällig war im März die Entwicklung der Umsätze der Tankstellen infolge des Kriegs im Nahen Osten: Diese sanken real um 5,6 Prozent zum Vormonat. Hier sind auch die Verkäufe in den Tankstellenshops enthalten. Ein Lichtblick im März war der Internet- und Versandhandel, der seinen Umsatz um 3,0 Prozent steigern konnte.

Rasche Besserung ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Der Iran-Krieg und die Angst vor steigenden Preisen trüben die Verbraucherstimmung in Deutschland zusehends. Das Barometer für das Konsumklima für Mai sinkt um 5,2 auf minus 33,3 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2023, wie die Marktforscher vom Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ermittelten. Die Konsumenten blickten skeptischer auf ihre künftige Finanzlage und die allgemeine Konjunktur. Zudem fiel die Anschaffungsneigung, also die Bereitschaft zu größeren Einkäufen wie Autos oder Möbeln, auf ein Zwei-Jahres-Tief.

Der Branchenverband HDE rechnet für dieses Jahr mit einem Umsatzplus von zwei Prozent. Real bedeutet dies einen Zuwachs von einem halben Prozent für die Branche mit ihren rund 3,1 Millionen Beschäftigten. 

Quelle: ntv.de, rts

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