Kurznachrichten

Studie der Universität GöttingenEntwicklungshilfe steigert deutsche Exporte und schafft Jobs

24.08.2026, 11:45 Uhr
Sophia-Loren-kuemmert-sich-um-Hungernde-und-Fluechtlingskinder-in-Somalia-1993
(Foto: picture alliance/United Archives)

Die deutsche Entwicklungshilfe schafft einer Studie zufolge mehr Jobs in Deutschland als erwartet.

Jeder Euro lasse deutsche Exporte um 2,50 Euro steigen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie der Universität Göttingen im Auftrag der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Analyse untersuchte den Zusammenhang zwischen Zahlungen im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und deutschen Exporten von Waren und erstmals auch von Dienstleistungen in die Partnerländer im Zeitraum von 2005 bis 2024.

Den positiven Effekt begründen die Göttinger Forscher unter anderem mit Einkommenseffekten in den Empfängerländern. Diese erhöhten vor Ort Nachfrage und Importe. Davon profitiere auch die deutsche Wirtschaft: Durch zusätzlich ausgelöste Exporte seien rund 380.000 Arbeitsplätze in produzierenden Unternehmen sowie im Dienstleistungssektor in Deutschland geschaffen und gesichert worden. Die stärksten Effekte gebe es in den Sektoren Maschinenbau, Transport, Informationstechnologie, Chemie- und Elektroindustrie.

Derzeit gibt es Haushaltsverhandlungen, bei denen die Bundesausgaben für Entwicklungshilfe zum fünften Mal in Folge gekürzt werden sollen. Angesichts der Rekordausgaben für Waffenkäufe stößt dies mittlerweile auch in der schwarz-roten Koalition auf Kritik. Sowohl Entwicklungshilfeministerin Reem Alibali Radovan als auch Außenminister Johann Wadephul hatten deshalb gefordert, zumindest einen Teil der Entwicklungshilfeausgaben von den Regeln der Schuldenbremse auszunehmen. Dieser Forderung schloss sich auch NRW-Staatskanzleichef Nathanael Liminski am Wochenende im Reuters-Interview an.

Quelle: ntv.de, rts

Regionales