HessenMögliche Rekorde und geschlossene Tore in Freibädern

Bei Temperaturen teils weit über 30 Grad strömten Tausende Tag für Tag in die Freibäder. Wie blicken die Städte auf die Freibadsaison?
Hanau/Darmstadt/Wiesbaden (dpa/lhe) - Freibäder in Hessen haben angesichts des heißen Sommers eine bislang gute Auslastung bilanziert. Bei der Hitze hatte es wegen eines Massenandrangs von Besuchern vereinzelt Einlassstopps gegeben. Einige Bäder erwägen, die Saison auszuweiten. Das teilten mehrere Großstädte in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.
"Dieses Jahr war schon die Herausforderung, über viele Wochen am Stück entsprechend mehr Personal auffahren zu können. Und das bringt natürlich dann die Kollegen auch an Belastungsgrenzen", sagte Maximilian Faber vom Landesverband Hessen des Bundesverbands Deutscher Schwimmmeister.
Im Norden keine Rekorde
Die drei Kasseler Freibad-Standorte in Bad Wilhelmshöhe, Harleshausen und am Auebad haben bislang 265.000 Menschen in der diesjährigen Saison vom 1. Mai bis 18. August besucht. Dabei seien keine absoluten Rekordtage verzeichnet worden, teilte die Stadt mit. An zwei Nachmittagen kam es im Auebad wegen großen Andrangs zu vorübergehenden Einlassstopps. Hitzebedingte medizinische Notfälle wurden nicht gemeldet.
Aufgrund teils alter Baumbestände verfügten die Freibäder über ausreichend schattige Plätze. Auch die Liegewiesen, die unter der langen Trockenphase litten, erholen sich nach den Regenfällen in den vergangenen Tagen. Letzter planmäßiger Öffnungstag sei der 6. September. Bei besten Wetterprognosen werde kurzfristig über eine Saisonverlängerung entschieden.
Vorübergehend geschlossene Tore auch in Hanau
An besonders heißen Tagen sei es wegen der vielen Besucherinnen und Besucher "mehrfach zu vorübergehenden Einlassstopps" gekommen, teilte die Stadt Hanau mit. "Sobald wieder ausreichend Kapazitäten vorhanden waren, wurde der Einlass wieder geöffnet." Die Stadt Hanau prüft nach eigenen Angaben, je nach Wetterprognose bei einem ihrer Freibäder die geplante Schließung zum 15. September um maximal eine Woche zu verschieben.
"Die Gesamtzahl der Besucherinnen und Besucher in den Hanauer Bädern lag in den Monaten Mai, Juni und Juli 2026 bei 117.495 und damit auf einem Rekordniveau im Vergleich zu den vergangenen zehn Jahren." Das frisch renovierte Heinrich-Fischer-Bad besuchten in diesem Zeitraum 74.061 Menschen, das Lindenau-Bad 43.434 Menschen. Im Bereich der Hanauer Bäder seien keine hitzebedingten gesundheitlichen Notfälle bekannt. Bei den Grünanlagen in den Bädern sind die Wiesen aufgrund der anhaltenden Trockenheit weitgehend vertrocknet. Pflanzen und Hecken seien regelmäßig gewässert worden und daher noch überwiegend in einem guten Zustand.
Möglicherweise Rekorde in Frankfurt
Die Bäderbetriebe in Hessens größter Stadt Frankfurt schließen Rekorde in diesem Jahr nicht aus. Insgesamt zwischen 900.000 und einer Million Menschen hätten in dieser Saison bereits die Freibäder besucht. Der Höchststand sei am 27. Juni mit rund 20.000 Menschen im Brentano-Freibad und rund 63.000 Menschen insgesamt erreicht worden. Auch in Frankfurt will man eine Verlängerung der Saison vom Wetter abhängig machen.
Einlassstopp auch in der Landeshauptstadt
Wiesbaden meldete nur eine vorübergehende Schließung bei einem Freibadzugang. "Die bisherigen Besucherzahlen können derzeit noch nicht abschließend bewertet werden, da die Freibadsaison voraussichtlich noch bis Anfang/Mitte September 2026 andauern wird", teilte die Stadt mit. Wiesbaden erwägt keine Verlängerung der Saison "aufgrund der aktuellen Wetterlage und des Auslaufens der Arbeitsverträge der saisonal beschäftigten Aufsichtskräfte."
Gesundheitliche Notfälle seien nicht gemeldet worden. Der Rasen habe durch die Trockenheit und die Hitze aber gelitten. "Den Grünanlagen geht es bei uns wie überall in der Republik, es ist wenig Grün auf den Rasenflächen vorhanden."
Deutlich mehr Besucher in Darmstadt
Bis Ende Juli seien knapp 200.000 Besucherinnen und Besucher in die Darmstädter Bäder, ohne Mühltalbad, gekommen. Dies sind deutlich mehr als im Vorjahr, als rund 150.000 Menschen in die Freibäder kamen. Da auch im August das Wetter mitspielte, sind in diesem Jahr steigende Besucherzahlen zu erwarten. "Zu einem Einlassstopp kam es nicht", teile die Stadt mit. Es gebe Überlegungen, die Sommersaison im Mühltalbad zu verlängern, sofern das Wetter mitspiele.
Die Hitzeperiode sei auch für den Badebetrieb eine Herausforderung. Vor allem an sehr heißen Tagen sei die Belastung für die Gäste und die Beschäftigten deutlich spürbar gewesen. "Bislang kam es jedoch zu keinen größeren gesundheitlichen Vorkommnissen oder außergewöhnlichen Vorfällen."
Wetzlar sieht trotz Zwangspause sehr gute Saison für Domblickbad
In Wetzlar hatten die Badegäste ausgerechnet während drei hochsommerlichen Wochen im Juni und Juli auf das neue Domblickbad verzichten müssen. Grund für die Schließung sei ein "Falsch-Positiv-Befund" zur Wasserqualität gewesen, sagte der Leiter des Eigenbetriebs Wetzlarer Bäder, Wendelin Müller. Nun sei sichergestellt, dass dieser Fehler so nicht mehr vorkommen könne. Insgesamt seien die Besucherzahlen "sehr, sehr gut" gewesen, auch wenn diese Saison noch bis voraussichtlich Mitte September dauere. Je nach Wetter werde man vielleicht noch eine Woche dranhängen.
Auch die drei Gießener Freibäder waren wetterbedingt gut besucht: Insgesamt 133.500 Badegäste zählten sie bisher in diesem Jahr. "Die Grünanlagen erholen sich gerade durch den Regen der vergangenen Tage wieder", teilte ein Sprecher der Stadtwerke Gießen mit.