Erst seit 9 Monaten im AmtMongolischer Regierungschef tritt nach politischen Spannungen zurück

In der Mongolei ist Regierungschef Gombojaw Sandanschatar nach monatelangen politischen Spannungen zurückgetreten.
In der Mongolei ist Regierungschef Gombojaw Sandanschatar nach monatelangen politischen Spannungen zurückgetreten. Er habe seinen Rücktritt in einer "schwierigen Zeit" freiwillig eingereicht, erklärte Sandanschatar am Freitag vor dem Parlament des ostasiatischen Binnenstaats. Er begründete seinen Rücktritt mit der angespannten internationalen Lage. "Die Welt tritt in eine kritische geopolitische Phase ein", sagte Sandanschatar. Steigende Ölpreise infolge internationaler Konflikte würden die Lebenshaltungskosten erhöhen. Das Parlament hat nun 30 Tage Zeit, einen Nachfolger zu bestimmen.
Sandanschatar war erst seit rund neun Monaten im Amt gewesen, als möglicher Nachfolger gilt Parlamentspräsident Uchral Njam-Osor. Der Rücktritt droht die politische Lage in der Mongolei weiter zu destabilisieren. Das Land ist seit Wochen von Machtkämpfen und einer Blockade des Parlaments durch die oppositionelle Demokratische Partei geprägt. Deren Abgeordnete boykottieren seit Beginn der Frühjahrssitzung Mitte März die parlamentarische Arbeit.
Auch innerhalb der regierenden Mongolischen Volkspartei (MPP) gibt es wachsende Spannungen. Die Partei ist in rivalisierende Lager gespalten, die sich am Präsidenten Uchnaa Chürelsüch und am früheren Regierungschef Luvsannamsrain Ojun-Erdene orientieren.