Expertenlob für CDU-PläneFachleute sehen schnellere Senkung der Körperschaftsteuer als Schritt in die richtige Richtung

Die von der CDU angestrebte schnellere Senkung der Körperschaftsteuer für Unternehmen geht nach Expertenmeinung in die richtige Richtung.
"Die bisherige Absichtserklärung einer Steuersenkung für Unternehmen erst 2028 bis 2032 hat keine Glaubwürdigkeit", sagte der Finanzexperte des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Friedrich Heinemann, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Für Investoren heute hört sich das nach dem Sankt-Nimmerleins-Tag an." Wer wisse schon, wie lange die aktuelle Bundesregierung im Amt bleibe und wie die nächste denke, sagte Heinemann. Wenn Deutschland über die Steuerpolitik Investitionen heute beleben wolle, müssten die Steuern auch jetzt sinken.
Wie aus dem Entwurf für die "Mainzer Erklärung" der CDU-Bundesvorstandsklausur hervorgeht, soll die beschlossene stufenweise Reduzierung der Körperschaftsteuer, sofern es die Haushaltssituation von Bund und Ländern zulässt, vorgezogen werden. Zuvor hatte bereits die CSU gefordert, dass die Senkung der Körperschaftsteuer nicht erst 2028, sondern schon 2026 beginnt. Die CDU will zudem die Gewerbesteuer vereinfachen. Hinzurechnungen und Kürzungen sollen abgebaut und die Bemessungsgrundlagen der Gewerbesteuer sowie der Einkommen- und Körperschaftsteuer vereinheitlicht werden.
"Die Absenkung der Körperschaftsteuer um fünf Prozentpunkte würde Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit spürbar verbessern, wir wären bei der Steuerbelastung wieder im europäischen Mittelfeld", betonte der ZEW-Experte. Gut für den Standort wären außerdem weitere gezielte Anreize für Investitionen und Forschung und Entwicklung. Beschleunigte Abschreibungen bis hin zu Sofortabschreibungen oder höhere steuerliche Forschungsanreize wären zielgenaue Maßnahmen, die noch dazu wenig kosteten. "Deutschland ist schon lange kein Spitzenstandort mehr, er hat aber immer noch mit die höchsten Unternehmenssteuern – das passt nicht zusammen und sollte korrigiert werden", forderte Heinemann.