Tragarme nicht stabil genugFehlerhafte Bauteile lösten Achterbahnunglück in Schweden aus

Ein Jahr nach einem tödlichen Achterbahnunglück in Schweden haben Ermittler den Unfall auf fehlerhafte Bauteile der Anlage zurückgeführt. Die Tragarme seien nicht ausreichend stabil gewesen und vor ihrem Einsatz nicht ordnungsgemäß getestet worden, sagten die Unfallermittler. Die Achterbahn im Stockholmer Freizeitpark Gröna Lund entgleiste am 25. Juni. Fahrgäste stürzten in die Tiefe. Eine Frau wurde getötet, neun weitere Menschen erlitten Verletzungen.
Das Unglück sei auf Mängel bei der Bestellung, Produktion und Prüfung der neuen Tragarme für die Jetline-Wagen verursacht worden, erklärte die schwedische Unfalluntersuchungsbehörde. Zum Zeitpunkt des Unfalls befanden sich elf Fahrgäste in der Achterbahn. Der vordere Teil des Zuges sprang von den Gleisen, so dass ein Wagen umkippte. Eine Frau in den 30ern wurde herausgeschleudert und kam ums Leben. Zwei weitere Personen stürzten ebenfalls aus der Bahn, wobei eine von ihnen schwer und die andere leicht verletzt wurde. Sieben weitere Fahrgäste erlitten ebenfalls leichte Blessuren.
Die Polizei leitete außerdem eine separate strafrechtliche Untersuchung des Unfalls ein. Staatsanwalt Christer Jarlås sagte, die Ermittler hätten umfangreiche Verhöre, technische Untersuchungen der Wagen und Materialanalysen durchgeführt. Ob und wann mit einer Anklage zu rechnen sei, sei derzeit nicht abzusehen.
Die 800 Meter lange Achterbahn wurde 1988 eröffnet und im Jahr 2000 renoviert. Sie hat eine maximale Höhe von 30 Metern und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde. Der Freizeitpark Gröna Lund ist der älteste in Schweden und wurde im Jahr 1883 eröffnet.