Zehn Jahre danachFrankreich gedenkt der Opfer der Pariser Terroranschläge 2015

Frankreich gedenkt an diesem Donnerstag mit landesweiten Zeremonien der islamistischen Anschläge vom 13. November 2015 in Paris, bei denen 130 Menschen getötet wurden. Präsident Emmanuel Macron wird an den verschiedenen Anschlagsorten der Opfer gedenken.
Die Anschlagsserie begann damals mit Explosionen am Stade de France während eines Fußballspiels zwischen Frankreich und Deutschland, bei dem auch der damalige deutsche Außenminister anwesend war. Die koordinierten Angriffe auf Restaurants, Bars und den Konzertsaal Bataclan gelten als die tödlichsten in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg.
Die Attentate haben für die Überlebenden und das Land langanhaltende Folgen. Ein Überlebender des Angriffs im Bataclan leidet nach eigenen Angaben bis heute unter posttraumatischem Stress. Er berichtete, um ihn herum hätten Menschen geschrien und seien gefallen. "Und dann der Geruch von Blut", sagte er. Einer seiner Freunde sei bei dem Versuch gestorben, ein anderes Mitglied ihrer Gruppe zu schützen. "Ein Teil von mir ist an diesem Abend gestorben, er ist im Bataclan geblieben", sagte der Mann weiter.
Zehn Jahre später habe sich die Bedrohung durch den Terrorismus in Frankreich nach Einschätzung von Sicherheitsexperten verändert. Größere koordinierte Anschläge wie damals schienen für Terrorgruppen wie den IS derzeit nicht mehr möglich. Die Propaganda im Internet radikalisiere jedoch weiterhin junge Menschen, hieß es von den Experten.
Der einzige überlebende Attentäter der Kommandos wurde vergangene Woche erneut in Gewahrsam genommen. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Zelle im Besitz von dschihadistischem Propagandamaterial gewesen zu sein.