Experten fordern Reformen Fuest-Gruppe mahnt Rückkehr zur Marktwirtschaft in der EU an

Eine Expertengruppe um den Ifo-Chef Clemens Fuest dringt auf eine Rückbesinnung auf fundamentale marktwirtschaftliche Prinzipien der Europäischen Union. "Wir meinen, grundlegende Reformen sind unausweichlich, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu sichern", fordert die Professorengruppe, die den Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Familienunternehmen bildet. Anstelle einer immer komplexeren Steuerung der Unternehmen müsse es eine Rückbesinnung auf die EU-Verträge und auf das Leitbild der freien Märkte geben. "Aktuell fehlt eine glaubwürdige Aussicht auf unternehmensfreundlichere Bedingungen, sodass Investitionen in europäische Standorte aufgeschoben werden oder gar unterbleiben", schreiben die Experten.
Der Münchner Top-Ökonom Fuest fordert eine Disziplinierung der Finanzpolitik in Europa. Es werde nicht durch schuldenfinanzierte Gemeinschaftsinvestitionen wettbewerbsfähiger, sondern durch den Abbau von Berichtspflichten und durch Reformen auf Ebene der Mitgliedsstaaten. Die EU solle nur dort handeln und koordinieren, wo es um grenzüberschreitende Ineffizienzen gehe: "Es gilt außerdem zu verhindern, dass Mitgliedstaaten unpopuläre, aber notwendige Reformen und Konsolidierungsschritte auf nationaler Ebene unterlassen, weil Verschuldung auf EU-Ebene dafür Spielräume schafft und so nationale Versäumnisse auf Kosten anderer Mitgliedstaaten auffängt."