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Rekord bei PräventionsmeldungenGroßbritannien verzeichnet deutlich mehr Hinweise auf Radikalisierung

06.08.2026, 16:06 Uhr
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(Foto: picture alliance/dpa/PA Wire)

In Großbritannien ist die Zahl der Hinweise auf eine mögliche Radikalisierung auf einen Rekordwert gestiegen.

In den zwölf Monaten bis Ende September 2025 wurden 10.293 Hinweise an das Präventionsprogramm Prevent gemeldet, 39 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Innenministerium am Donnerstag mitteilte. Von den Fällen, die sich einer bestimmten Ideologie zuordnen ließen, betrafen die meisten laut Innenministerium rechtsextreme Ansichten. Ihre Zahl stieg um 42 Prozent auf 2103 und machte ein Fünftel aller Hinweise aus.

Die Gesamtzahl der Hinweise auf islamistischen Extremismus ging um neun Prozent auf 860 zurück. Zugleich wurden bei mehr Fällen mit islamistischem Bezug als im Vorjahreszeitraum weitergehende Schutzmaßnahmen eingeleitet. Islamismus bleibe die "größte terroristische Gefahr in Großbritannien", erklärte das Ministerium.

Insgesamt wurden besonders häufig Kinder und Jugendliche gemeldet. Die Altersgruppe der Elf- bis 15-Jährigen stellte insgesamt den größten Anteil und machte 35 Prozent der rechtsextremen Fälle aus. Mehr als die Hälfte aller Hinweise ließ sich keiner klaren Ideologie zuordnen.

Das Deradikalisierungsprogramm Prevent zielt laut der britischen Regierung darauf ab, "Menschen davon abzuhalten, Terroristen zu werden oder Terrorismus zu unterstützen". Unter anderem Lehrkräfte, Beschäftigte des Gesundheitswesens und die Polizei können Menschen melden, bei denen sie eine beginnende Radikalisierung vermuten. Nach einer Prüfung können Betroffene in ein freiwilliges Präventionsprogramm namens Channel aufgenommen werden.

Auch Hinweise auf eine Faszination für extreme Gewalt nahmen laut dem britischen Innenministerium im Zeitraum bis September 2025 zu. Die Regierung führte den Anstieg auf eine größere Aufmerksamkeit nach dem Messerangriff von Southport im Jahr 2024 zurück, bei dem ein Jugendlicher während eines Tanzkurses zu Musik von US-Popstar Taylor Swift drei kleine Mädchen tötete.

Der Täter war zuvor mehrfach bei Prevent gemeldet worden, die Fälle waren mangels klarer Ideologie jedoch geschlossen worden. Obwohl der Täter ein Handbuch des Terrornetzwerks Al-Kaida besaß, stufte die Staatsanwaltschaft den Angriff nicht als islamistischen Anschlag ein.

Quelle: ntv.de, AFP

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