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Lohnniveau in OstdeutschlandGroßteil der Unterschiede zum Westen ist auf Wirtschaftsstruktur zurückzuführen

18.10.2023, 10:19 Uhr
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Eine Frau hält eine Geldbörse mit Banknoten in der Hand. Foto: Monika Skolimowska/Archivbild (Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa)

Das im Vergleich zum Westen immer noch deutlich niedrigere Lohnniveau in Ostdeutschland geht einer Studie zufolge zu einem Großteil auf Unterschiede in der Wirtschaftsstruktur zurück. Etwa zwei Drittel der Lohnlücke ließen sich damit erklären, heißt es in der am Mittwoch vom Ifo-Institut veröffentlichten Untersuchung. "Viele Menschen im Osten arbeiten in typischen Niedriglohnbranchen, und auch gut bezahlende Großunternehmen aus der Industrie sind hier kaum vertreten", sagte Jannik Nauerth von der Niederlassung Dresden des Ifo-Instituts.

Arbeitnehmer verdienen demnach in den ostdeutschen Flächenländern auch 33 Jahre nach der Wiedervereinigung im Schnitt rund 15 Prozent weniger pro Stunde als ihre Kollegen in Westdeutschland. Wenn die Einflüsse der Struktur herausgerechnet werden, schmilzt der Abstand den Angaben zufolge auf fünf Prozent. "Daher sind Vorschläge aus der Politik, die eine höhere Tarifbindung der Betriebe als Maßnahme zur Verringerung der Lohnlücke sehen, wenig hilfreich", ergänzte Ifo-Experte Joachim Ragnitz. "Es bleibt abzuwarten, ob die jüngste Ansiedlung von Tesla und anderen Konzernen im Osten die Lohnlücke langfristig schließen kann."

Der Studie zufolge verdienten westdeutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im vergangenen Jahr durchschnittlich 31,40 Euro pro Stunde. In Ostdeutschlag lag der Schnitt bei 26,60 Euro pro Arbeitsstunde. Dies werde häufig als ein Beleg für eine vermeintliche Benachteiligung ostdeutscher Beschäftigter herangezogen. "Unsere Analyse zeigt aber, dass sich rund zwei Drittel des Lohnrückstands durch strukturelle Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland erklären lassen", sagte Ragnitz.

Quelle: ntv.de, rts

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