Debatte um PflegebeiträgeHöherer Pflegebeitrag für Kinderlose könnte Milliarden einbringen

Eine mögliche Erhöhung des Beitrags für Kinderlose könnte der Pflegeversicherung rund eine Milliarde Euro zusätzlich pro Jahr bringen.
Das geht aus Schätzungen des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung (WIP) hervor, über die das "Handelsblatt" am Mittwoch berichtete. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken prüft derzeit nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, den Beitragszuschlag für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte anzuheben - also von 0,6 auf 0,7 Prozentpunkte.
Für einen kinderlosen Durchschnittsverdiener würde dies nach Berechnungen des WIP eine Mehrbelastung von rund 13 Euro im Monat bedeuten. Bei Einkommen an oder oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von aktuell 5812,50 Euro wären es demnach rund 30 Euro monatlich mehr.
Hintergrund für die offenbar von Warken geprüfte Maßnahme sind Milliardendefizite in der Pflegeversicherung. Einfließen könnte das Vorhaben in die große Pflegereform, die die Ministerin auf den Weg bringen will. Ein Gesetzentwurf dazu war für Mai angekündigt, dann aber verschoben worden: Er soll nun bis Anfang Juli vorliegen.
Der SPD-Gesundheitspolitiker Christos Pantazis rechnet bei einer Erhöhung des Pflegebeitrags für Kinderlose ebenfalls mit Einnahmen im Milliardenbereich. Zu den möglichen Mehreinnahmen würden unterschiedliche Berechnungen kursieren - "je nach Ausgestaltung bewegen sich diese im niedrigen bis mittleren einstelligen Milliardenbereich pro Jahr", sagte er den Funke-Zeitungen.