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Streit um RüstungsprojektIG-Metall-Vize Kerner fordert Entscheidung im FCAS-Projekt

27.04.2026, 14:12 Uhr
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(Foto: Kay Nietfeld/dpa)

Der IG-Metall-Vize Jürgen Kerner fordert im Streit um das milliardenschwere FCAS-Rüstungsprojekt eine Entscheidung.

"Diese Hängepartie muss beendet werden", teilte er am Montag mit. "Jetzt ist Führungsstärke gefragt und der Mut zu einer klaren Entscheidung." FCAS müsse zukunftsfähig und fair neu aufgestellt werden. Das Rüstungsprojekt werde seit Monaten politisch hin- und hergereicht. "Diese Verschleppung gefährdet die militärische Luftfahrtindustrie und damit wichtige Arbeitsplätze", sagte Kerner. "Dass die Hängepartie jetzt weitergeht, ist fatal und nicht nachvollziehbar."

Seit Monaten ringen die beiden Länder darum, den Streit zwischen Dassault Aviation auf französischer Seite und Airbus für Deutschland und Spanien bei der geplanten Entwicklung des "Future Combat Air System" (FCAS) als wichtigstes europäisches Rüstungsprojekt zu beenden. Vergangene Woche hatten Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron ihre Verteidigungsminister damit beauftragt, die nächsten Schritte bei dem Vorhaben verabreden.

Während die Bundesregierung auf eine baldige Entscheidung dränge, versuche die französische Seite ein mögliches Aus für das Milliardenprojekt immer wieder hinauszuzögern, hieß es zuletzt in Verhandlungskreisen. Möglich ist auch, dass die drei Länder eine gemeinsame Plattform für den Einsatz künftiger Flugzeuge und Drohnen entwickeln, Dassault und Airbus dann aber darunter verschiedene Kampfjets bauen. Die französische Seite möchte etwa ein Kampfflugzeug, das auch atomar bewaffnet werden und auf Flugzeugträgern landen kann. Die IG Metall und der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) machen sich für diese Zwei-Fighter-Lösung stark, bei der ein Flugzeug den strategischen Interessen Deutschlands und ein anderes den französischen Ansprüchen gerecht wird.

Quelle: ntv.de, rts

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