Initiative für AufschwungIG Metall fordert von Unternehmen klares Bekenntnis zum Standort Deutschland

Die IG Metall fordert im Rahmen einer gemeinsamen "Initiative für Arbeit und Aufschwung" ein Bekenntnis der Unternehmen zum Standort Deutschland.
Beschäftigte hätten in der Metallindustrie auf Milliardenbeträge verzichtet, um Zehntausende Arbeitsplätze und Investitionen zu sichern, erklärte IG-Metall-Chefin Christiane Benner am Montag. Jetzt seien die Arbeitgeber am Zug. Die größte deutsche Einzelgewerkschaft dringt auf ein klares Bekenntnis gegen Verlagerungen, Standortschließungen und Kündigungen. "Sollte der industrielle Kahlschlag nicht aufhören, werden wir auf Konflikt schalten", erklärte die mit rund zwei Millionen Mitgliedern größte Einzelgewerkschaft.
Politik, Arbeitgeber und Gewerkschaften sollen nach Vorstellung der IG Metall mit Vereinbarungen auf Länderebene eine Initiative starten, die Beschäftigungsicherung mit Wettbewerbsfähigkeit, Klimaschutz und Wohlstand verbinde. Es gelte, in der von externen Faktoren wie dem globalen Handelskrieg verursachten Krise Standorte zu sichern. Die Unternehmen müssten mutig in neue Technologien und Produkte einsteigen, beispielsweise auf den Feldern Energie, Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Medizintechnik. Die Initiative will die Gewerkschaft in den Unternehmen umsetzen und in Netzwerken auf Ebene der Bundesländer. "Wir erwarten von den Arbeitgebern, unsere Initiative aktiv zu unterstützen", betonte Benner.
Im vergangenen Jahr seien in den von der IG Metall vertretenen Branchen mehr als 140.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Das trug zu einem Rückgang der Mitgliederzahl um 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 2,02 Millionen Mitglieder bei. Zehn Jahre zuvor waren noch 2,27 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der IG Metall organisiert. Im größten Industriezweig, der Metall- und Elektroindustrie, sank die Zahl der Beschäftigten um mehr als 100.000 auf 3,8 Millionen. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall warnte im Dezember, weitere Zehntausende Arbeitsplätze seien in Gefahr und machte dafür die hohen Produktions- und Arbeitskosten in Deutschland verantwortlich.