Neue Prognose IT-Ausgaben sollen 2026 stärker wachsen als bisher erwartet

Der Anstieg der IT-Ausgaben wird sich einer Prognose zufolge 2026 stärker beschleunigen als bislang gedacht.
Die Experten der Beratungsfirma Gartner sagten am Mittwoch ein Plus von 13,5 Prozent auf 6,31 Billionen Dollar voraus. Im Februar waren sie lediglich von einem Anstieg um knapp elf Prozent ausgegangen. "Die aktuelle Prognose unterstreicht die zunehmende Dynamik im Bereich der KI-Infrastruktur und fortschrittlicher Speichertechnologien", sagte Gartner-Analyst John-David Lovelock.
Demnach werden die weltweiten Investitionen in Rechenzentren 2026 um rund 56 Prozent auf etwa 788 Milliarden Dollar steigen, fast doppelt so schnell wie zuvor vorhergesagt. "Ein Großteil davon geht auf 'Memflation' zurück", betonte Lovelock. "Die steigenden Preise für Speicherchips treiben die Kosten für Rechenzentren in die Höhe." Er habe jedoch auch seine Prognose für die Server-Stückzahlen um 1500 auf rund 9000 angehoben. Die Technologiekonzerne ließen sich durch die gestiegenen Preise nicht abschrecken.
Die Ausgaben für Software würden 2026 voraussichtlich um 15,1 statt 13,3 Prozent zulegen, fügte Lovelock hinzu. Mit einem Volumen von 1,44 Billionen Dollar sei dies hinter den IT-Dienstleistungen (1,87 Billionen Dollar) der zweitgrößte Posten der IT-Ausgaben insgesamt.
Bei Elektronikgeräten wie Smartphones oder PCs hob er seine Wachstumsprognose zwar auf 8,2 von 6,1 Prozent an. Im vergangenen Jahr hatte das Plus jedoch bei knapp zehn Prozent gelegen. Auf der einen Seite blähten die gestiegenen Speicherchippreise die Ausgaben auf, erläuterte Lovelock. Auf der anderen Seite dämpften die gestiegenen Kosten die Nachfrage, weil vor allem Privatkunden die Neuanschaffung von Geräten hinauszögerten.
Wegen des Baubooms bei Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) können Speicherchip-Anbieter die Nachfrage nicht mehr befriedigen. Diese investieren zwar kräftig in den Ausbau ihrer Produktionskapazitäten, mit einer Entspannung der Versorgungslage ist Branchenkennern zufolge jedoch frühestens Ende 2027 zu rechnen.