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Ausgleich im HandelIfo-Institut sieht Mercosur-Freihandelsabkommen als Puffer gegen Einbußen durch US-Zollpolitik

16.01.2026, 12:15 Uhr
Mehr-Handel-mehr-Wachstum-mehr-Jobs-Die-EU-Kommission-verspricht-dass-die-Vorteile-des-Mercosur-Abkommens-klar-ueberwiegen

Das Freihandelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten kann nach Einschätzung des Ifo-Instituts Einbußen der US-Zollpolitik abfedern.

"Die Unterzeichnung des Handelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten ist ein wichtiger erster Schritt", erklärte die Leiterin des Ifo-Zentrums für Außenwirtschaft, Lisandra Flach, am Freitag in München. "Es sind aber zusätzliche Handelsabkommen mit weiteren Handelspartnern nötig, um die negativen Folgen der US-Zollpolitik zu kompensieren."

Die EU müsse sich darauf konzentrieren, auch in den derzeit laufenden Freihandelsverhandlungen zügig zu Ergebnissen zu kommen. Das Handelsabkommen mit Indonesien liege beispielsweise bereits ausgehandelt auf dem Tisch.

Die EU-Botschafter der 27 Mitgliedstaaten hatten vergangene Woche nach mehr als 25 Jahren Verhandlungen mehrheitlich für das Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay gestimmt. Im Kern sieht das Abkommen den Wegfall der meisten Zölle vor.

Die EU-Kommission verspricht sich davon eine Steigerung der EU-Exporte in die südamerikanischen Länder um bis zu 39 Prozent. Während die Europäer unter anderem Autos und chemische Produkte über den Atlantik exportieren, liefern die Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe nach Europa.

Laut einer Ifo-Studie im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft würden neue Freihandelsabkommen mit sieben wichtigen Handelspartnern die negativen Effekte der US-Zollpolitik nicht nur ausgleichen, sondern sogar überkompensieren. Die deutschen Exporte würden durch diesen Schritt trotz der US-Zölle um bis zu 4,1 Prozent wachsen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt würde um bis zu 0,5 Prozent erhöht.

Für die Studie wurden demnach neben dem Mercosur-Abkommen auch EU-Handelsabkommen mit Indien, Australien, Indonesien, Malaysia, Thailand und den Vereinigten Arabischen Emiraten angenommen.

Quelle: ntv.de, AFP

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