Beratung, Montage oder WartungIfo-Studie: Industrieunternehmen in Deutschland werden mehr und mehr zu Dienstleistern

Deutsche Industrieunternehmen machen immer mehr Umsatz mit Dienstleistungen. Das zeigt eine Studie des Münchner Ifo-Instituts.
Im Jahr 2024 haben Industrieunternehmen schätzungsweise 166 Milliarden Euro mit produktbegleitenden Dienstleistungen wie etwa Beratung, Montage oder Wartung umgesetzt, wie Ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser erläuterte. Damit übertrafen sie laut dem Experten den Umsatz des gesamten Gastgewerbes in Deutschland, der bei rund 138 Milliarden Euro lag.
Unter den Industrieunternehmen macht der Maschinenbau laut der Studie mit einem Anteil von 13,2 Prozent überdurchschnittlich viel Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen, gefolgt vom Fahrzeugbau (7,3 Prozent) und der Elektroindustrie (6,8 Prozent). In den Bereichen Nahrungs- und Genussmittel oder im Textil- und Bekleidungsgewerbe spielen produktbegleitende Dienstleistungen dagegen laut den Münchner Forschern nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt habe der Umsatzanteil der produktbegleitenden Dienstleistungen in den vergangenen zehn Jahren in allen Industriezweigen zugenommen.
Zudem haben Industrieunternehmen mit Innovationstätigkeit einen höheren Dienstleistungsanteil am Umsatz. Unternehmen mit Forschung und Entwicklung (F&E) kamen auf durchschnittlich 7,8 Prozent. Setzen sie Künstliche Intelligenz (KI) ein, lag der Anteil bei 8,6 Prozent. "Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen der Innovationstätigkeit eines Unternehmens und seinem Umsatz mit produktbegleitenden Dienstleistungen", sagte Ifo-Forscher Stefan Sauer.
Die Studie beruht auf einer Sonderfrage vom Juli 2025 in den Ifo-Konjunkturumfragen. Insgesamt nahmen 1680 Unternehmen an der Umfrage teil, die repräsentativ für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland sind.