Nach Beginn des Iran-Kriegs Importpreise in Deutschland steigen so stark wie seit Ukraine-Krieg nicht mehr

Die deutschen Importpreise sind nach Beginn des Iran-Kriegs so stark gestiegen wie seit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vor vier Jahren nicht mehr.
Sie legten im März um 3,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Einen stärkeren Anstieg gab es im März 2022 mit 5,4 Prozent. Auch diesmal steckt ein sprunghafter Anstieg der Energiepreise dahinter: Diese legten um 33,6 Prozent zum Vormonat zu. Das war der stärkste Anstieg seit Beginn der Zeitreihe 1995.
Verglichen mit dem Vorjahresmonat zogen die Preise um 2,3 Prozent an, nachdem sie im Januar und Februar noch um jeweils 2,3 Prozent gefallen waren. Das war der kräftigste Anstieg seit Februar 2025.
Mineralölerzeugnisse wie Kerosin und Benzin verteuerten sich dabei mit 41,6 Prozent besonders stark, gefolgt von Erdöl mit 24,6 Prozent. Auch die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen mit einem Plus von 7,8 Prozent deutlich über denen von März 2025. "Hier handelt es sich um Auswirkungen der Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten", erklärten die Statistiker. So stiegen die Düngemittelpreise auch im Vormonatsvergleich mit 10,1 Prozent deutlich.
Auslöser ist der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran, der die Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben hat. Durch die Straße von Hormus, über die normalerweise ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs abgewickelt wird, fließt derzeit kein Öl. Das sorgt für eine Verknappung, weshalb die Weltmarktpreise gestiegen sind.
Da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, wirken sich die Einfuhrpreise früher oder später auch auf die allgemeine Inflation aus. Im April stieg die Teuerungsrate bei den Verbraucherpreisen bereits auf 2,9 Prozent - den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Dabei verteuerte sich Energie mit 10,1 Prozent besonders stark.