Sensible RüstungsprojekteIn Mammutbehörde zur Ausrüstung der Bundeswehr offenbar russischer Spion enttarnt

Das Beschaffungsamt der Bundeswehr ist die größte technische Behörde in Deutschland. Über die Mammutbehörde mit rund 12.000 Mitarbeitern laufen milliardenschwere Rüstungsgeschäfte zur Ausrüstung der Bundeswehr. Sie ist dabei verantwortlich für den Einkauf von Militärmaterial von der Zeltbahn über IT-Systeme und Munition bis zum Kampfjet. Ausgerechnet bei dieser sensiblen Behörde wurde nun offenbar ein russischer Spion enttarnt.
Offiziell wird die Behörde mit Hauptsitz in Koblenz sperrig Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) genannt. Sie ging 2012 aus der Zusammenlegung des damaligen Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) mit weiteren Stellen hervor. Im Jahr 2021 schloss das Amt über 11.700 Beschaffungsverträge im Auftragswert von 17,6 Milliarden Euro.
Aufgabe ist dabei nicht nur die Beschaffung fertiger Waffensysteme, sondern auch die Vergabe von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben an die Industrie. So informierte das BAAINBw im vergangenen Jahr über einen ersten Test eines Hochenergie-Lasers zur Abwehr von Drohnen und Flugkörpern auf See.
In den vergangenen Jahren wurde die Beschaffungsbehörde immer wieder als schwerfällig, überbürokratisiert und wenig effizient kritisiert. Rüstungsprojekte erreichten erst mit jahrelanger Verspätung die Truppe oder erwiesen sich als fehleranfällig und nachbesserungsbedürftig.
Im Zuge des Ukraine-Kriegs und der Wiederausrichtung der Bundeswehr auf die Landes- und Bündnisverteidigung sind die Aufgaben des Bundesamtes nochmals deutlich gewachsen. Sie muss nun auch beschleunigt Munition und Waffensysteme nachbestellen, die von der Bundeswehr an die Ukraine abgegeben wurden. Im Juli schloss die Behörde vor diesem Hintergrund mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall Verträge über die Lieferung mehrerer hunderttausend Artilleriegeschosse für rund 1,3 Milliarden Euro.
Seit April diesen Jahres wird die Mammutbehörde mit elf Dienststellen und 116 Dienstorten von der Juristin Annette Lehnigk-Emden geleitet. 1800 ihrer Mitarbeiter sind Soldaten, der Rest zivile Angestellte.