"Meilenstein" für LuftfahrtIndien unterzeichnet Vertrag mit sanktioniertem russischen Flugzeugbauer

Indien will zum Bau von zivilen Flugzeugen mit einem wegen des Ukraine-Krieges vom Westen sanktionierten russischen Flugzeugbauer zusammenarbeiten. Das staatliche indische Luftfahrtunternehmen Hindustan Aeronautics Limited (HAL) gab den Abschluss eines entsprechenden Vertrages mit dem russischen Unternehmen United Aircraft Corporation bekannt. Es sei "das erste Mal, dass ein komplettes Passagierflugzeug in Indien hergestellt wird", erklärte HAL in Onlinediensten.
Der in Moskau unterzeichnete Vertrag sieht die Produktion von zweimotorigen Maschinen vom Typ SJ-100 für inländische Kunden vor. Indiens Verteidigungsminister Rajnath Singh pries den Vertragsabschluss im Onlinedienst X als "Meilenstein" für den zivilen Luftfahrtsektor in Indien, der Arbeitsplätze schaffen und die Unabhängigkeit des Landes stärken werde. Sowohl er als auch HAL nannten die Zusammenarbeit "bahnbrechend für die Kurzstreckenverbindungen".
Indien unterhält ungeachtet des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und trotz der Bemühungen um eine Annäherung an die USA und andere westliche Länder weiterhin enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zu Moskau. Modis Regierung hat die russische Invasion bislang nicht verurteilt und sich stattdessen als Vermittler angeboten. Auch bezieht Indien nach wie vor russisches Rohöl.
Mitte Oktober hatte Neu Delhi US-Präsident Donald Trump zufolge einen Kaufstopp für russisches Erdöl zugesichert. Indien bestätigte einen möglichen Kurswechsel im Zuge potenzieller Handelsvereinbarungen mit den USA zunächst nicht, wies die Angaben aber auch nicht zurück.
Washington hatte der indischen Regierung vorgeworfen, mit ihrem Kauf russischen Erdöls eine "Geldquelle für die russische Kriegsmaschinerie" zu sein. Seit Ende August werden auf Einfuhren aus Indien daher US-Einfuhrzölle in Höhe von 50 Prozent fällig.