Boot gesunkenIndonesische Fischer retten rund 120 schiffbrüchige Rohingya

Fischer in Indonesien haben 116 schiffbrüchige Flüchtlinge aus der Volksgruppe der Rohingya gerettet. Bei den Betroffenen handele es sich überwiegend um hungrige und schwache Frauen und Kinder, sagte Nova Suryandaru, der örtliche Polizeichef in der Provinz Aceh. Eine Gruppe Rohingya habe mit dem Boot vom Flüchtlingslager Cox's Bazar in Bangladesch in der Hoffnung abgelegt, Indonesien oder Malaysia zu erreichen, sei jedoch nahe einer Insel gestrandet. Ihr Boot sei dann gesunken.
Bewohner in Aceh hätten den Flüchtlingen geholfen, da sie sehr ausgezehrt und dehydriert gewirkt hätten, sagte der Polizeichef. Viele Ortsansässige hätten aber zugleich klargestellt, dass sie gegen einen langfristigen Verbleib der Rohingya in ihrer Gegend seien. Zwischen Februar und Oktober kamen 230 Flüchtlinge im Bezirk Ost-Aceh an.
Rund eine Million muslimische Rohingya leben seit Jahren in Flüchtlingslagern in Bangladesch. Mehr als 700 000 von ihnen waren im August 2017 aus Myanmar geflohen, als dort das Militär nach Angriffen einer aufständischen Gruppe mit brutaler Gewalt gegen die gesamte Volksgruppe vorging. Mittlerweile regiert in Myanmar seit mehreren Jahren eine Militärjunta, die sich mit verschiedenen Rebellengruppen einen Bürgerkrieg liefert. Eine Einigung auf eine Rückführung der Rohingya gab es nie. Indonesien hat die internationale Gemeinschaft um Hilfe bei der Bewältigung des stark gestiegenen Andrangs von Rohingya gebeten.