Sollen "in sicheren Hafteinrichtungen bleiben"Irak: Seit Rückzug kurdischer Kräfte aus Nordsyrien mehr als 4500 IS-Häftlinge verlegt

Das US-Militär hat im Zuge des Rückzugs kurdischer Kräfte aus der kurdischen Autonomieregion im Nordosten Syriens mehr als 4500 dort inhaftierte Islamisten ins Nachbarland Irak verlegt.
Das US-Militär hat im Zuge des Rückzugs kurdischer Kräfte aus der kurdischen Autonomieregion im Nordosten Syriens mehr als 4500 dort inhaftierte Islamisten ins Nachbarland Irak verlegt. Insgesamt seien seit Beginn der Überstellung 4583 Mitglieder der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Irak eingetroffen, erklärte der Leiter der irakischen Sicherheitsinformationsstelle, Saad Maan, am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Den Behörden zufolge befinden sie sich nun in "gesicherten" Hafteinrichtungen.
Die Häftlinge gehören zu insgesamt 7000 mutmaßlichen Dschihadisten, die aus Syrien in den Irak gebracht werden sollen. Die Überstellung hatte im Januar begonnen, um jegliches Fluchtrisiko der IS-Kämpfer zu vermeiden. Die irakische Justiz kündigte Gerichtsverfahren gegen die Dschihadisten an.
Ziel der Verlegung ist es nach US-Angaben sicherzustellen, dass die gefangenen Islamisten "in sicheren Hafteinrichtungen bleiben". Unter den Häftlingen sind nach Angaben aus irakischen Sicherheitskreisen Syrer, Iraker, Europäer und andere Staatsbürger. Syrische Regierungstruppen hatten zuletzt bei einer militärischen Offensive im Norden und Osten des Landes kurdische Kämpfer aus mehreren von ihnen kontrollierten Gebieten vertrieben, darunter aus der nordsyrischen Großstadt Aleppo und dem östlichen Teil von Deir Essor.
Syriens islamistischer Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa - ein früherer Dschihadist - und SDF-Chef Maslum Abdi hatten kürzlich ein Waffenruheabkommen unterzeichnet. Es war am 24. Januar um 15 Tage verlängert worden und soll nun weiter verlängert werden. Es sieht auch vor, dass der syrische Staat die "Verantwortung" für die islamistischen Gefangenen der IS-Miliz übernehmen soll, die bislang bei den Kurden lag.
Die Kurden hatten den Kampf gegen den IS angeführt und wurden dabei von einer internationalen Koalition unterstützt. Beim Sieg über den IS in Syrien 2019 hatten die unter anderem von den USA unterstützten SDF eine entscheidende Rolle gespielt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstützt nun die neue islamistische Übergangsregierung von al-Scharaa. Dessen islamistische HTS-Miliz hatte im Dezember 2024 den Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad herbeigeführt. Al-Scharaas Übergangsregierung wird vorgeworfen, die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen. Die Menschenrechtslage in dem Land gilt als fragil.