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Bauernverband warnt: Iran-Krieg treibt Düngerpreise hoch und gefährdet Frühjahrsbestellung in Deutschland

31.03.2026, 15:22 Uhr
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(Foto: Elisa Schu/dpa)

Der Krieg im Iran treibt die Preise für Dünger weltweit in die Höhe und setzt auch Landwirte in Deutschland unter Druck.

Der Deutsche Bauernverband schlägt deshalb Alarm: Besonders für die Frühjahrsbestellung sei die Lage kritisch. "Die deutlichen Preissteigerungen beim Dünger machen uns mit Blick auf den Frühsommer große Sorgen", sagte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. "Die massiv gestiegenen Preise für Diesel und Düngemittel schnüren der Landwirtschaft die Luft ab." Rukwied forderte, die Energiesteuer beim Diesel temporär auszusetzen. "Hier ist Eile geboten, damit die Erzeugung von Lebensmitteln aufrechterhalten werden kann."

Hintergrund ist der Krieg im Iran und die Blockade der Straße von Hormus. Rund ein Drittel des globalen Handels mit Düngemitteln läuft über diese Route. 2025 passierten nach Angaben der Analysefirma Argus rund 45 Millionen Tonnen Düngemittel und Rohstoffe diesen Seeweg. Der US-Terminkontrakt auf Harnstoff, ein Schlüsselrohstoff für Stickstoffdünger, verteuerte sich seit Ausbruch des Krieges um rund 36 Prozent auf etwa 630 Dollar je Tonne. Und die Preise würden weiter steigen, warnte Marina Simonova, Leiterin Düngemittel-Analyse bei Argus.

Zugleich treibt die Unsicherheit die Gaspreise in die Höhe: Der für seine Produktion entscheidende Gaspreis hat sich nach Angaben des Stickstoff-Düngemittelherstellers SKW Piesteritz binnen drei Wochen verdoppelt. Ein Sprecher des größten deutschen Ammoniak- und Harnstoffproduzenten erklärte, SKW produziere derzeit im Rahmen seiner Möglichkeiten, um die Landwirte zu versorgen. Einen Engpass gebe es aktuelle nicht. Die Preise für Düngemittel müssten jedoch zwangsläufig steigen, "wenn wir nicht die Abstellung einer systemrelevanten Chemieindustrie provozieren wollen"."

Trotz der Teuerung gilt die Versorgung mit Düngemitteln in Deutschland vorerst als gesichert. Rund drei Viertel des Stickstoffbedarfs könnten durch heimische Produktion gedeckt werden, bei Kalidüngern noch mehr, erklärte der Industrieverband Agrar (IVA). Die Abgabepreise an die Landwirte lägen zwar 15 bis 30 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die Steigerungen fielen im internationalen Vergleich jedoch moderat aus.

Quelle: ntv.de, rts

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