Warnung aus TeheranIran knüpft sichere Passage durch Straße von Hormus an Abstimmung mit Regierung

Der Iran hat vor einer Durchquerung der Straße von Hormus ohne vorherige Abstimmung gewarnt.
Eine sichere Passage durch die strategisch wichtige Meerenge könne ohne Koordination mit der Regierung in Teheran nicht garantiert werden, erklärte der stellvertretende Außenminister Kasem Gharibabadi am Freitag auf der Online-Plattform X. Sollte eine solche Absprache ausbleiben, könne dies zur Sperrung ausgewiesener Routen führen. Zuvor hatte das Nachbarland Oman in Absprache mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) temporäre Routen für die Durchfahrt festgelegt.
Das iranische Außenministerium wies zudem eine gemeinsame Erklärung der USA und des Golf-Kooperationsrates (GCC) zurück. Diese enthalte "interventionistische, unverantwortliche und provokative Standpunkte", teilte das Ministerium mit. Die US-Militärpräsenz in der Golfregion schüre Unsicherheit und Spaltung. Das Ministerium bekräftigte die Haltung Teherans, wonach die Straße von Hormus gemeinsam vom Iran und dem Oman verwaltet werden sollte. Dies stehe im Einklang mit einer entsprechenden Absichtserklärung, die mit den USA vereinbart wurde. Nach Angaben des Oman soll die Durchfahrt weiterhin gebührenfrei sein.
US-Außenminister Marco Rubio hatte diese Woche die Golfstaaten besucht und dabei versichert, die Interessen der Region würden in einem Friedensabkommen mit dem Iran gewahrt. Washington strebe einen dauerhaften Frieden mit Teheran an, der jedoch nicht auf Kosten der Sicherheit seiner regionalen Partner gehen dürfe. Die Verbündeten in der ölreichen Region stehen der vorläufigen Einigung der US-Regierung mit dem Iran skeptisch gegenüber. Sie befürchten, dass die Vereinbarung nach den iranischen Angriffen im jüngsten Konflikt zu nachgiebig ausfallen könnte.