Fünf VerletzteIsraelische Siedler greifen palästinensisches Dorf im Westjordanland an

Im Westjordanland haben israelische Siedler ein palästinensisches Dorf angegriffen.
Im Westjordanland haben israelische Siedler ein palästinensisches Dorf angegriffen. Wie Anwohner und das israelische Militär erklärten, steckten sie dabei am späten Mittwochabend mehrere Wohnungen in der entlegenen Ortschaft Chirbet al-Tuba im Süden des Westjordanlands in Brand und zerstörten ein Dutzend zur Stromerzeugung genutzte Photovoltaik-Anlagen. Nach israelischen Militärangaben wurden mehrere Palästinenser bei dem Angriff verletzt, darunter ein Mädchen und eine Frau. Anwohner sprachen von insgesamt fünf Verletzten.
"Mehrere Gebäude" seien niedergebrannt worden, erklärte das Militär weiter. Die mutmaßlichen Angreifer hätten noch vor der Ankunft der israelischen Soldaten die Flucht ergriffen. Nach Angaben von Anwohner Radwan Abu Dschundi griffen rund 40 Siedler am Mittwochabend kurz nach 22 Uhr das entlegene Chirbet al-Tuba an, sie hätten unter anderem seine Ehefrau und Tochter geschlagen und seine Wohnung verbrannt. AFP-Reporter berichteten vor Ort von rauchgeschwärzten Gebäuden. Drei Häuser wurden vollständig zerstört, auf mehrere Wände waren Wörter auf Hebräisch gesprüht.
Die israelischen Streitkräfte verurteilten den Angriff "scharf" und erklärten, sie seien am späten Mittwochabend nach einem Angriff auf Palästinenser durch israelische Zivilisten im Einsatz gewesen. Im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 Israelis. Seit dem Großangriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 kommt es auch im Westjordanland verstärkt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.