Nach EvakuierungsaufrufenIsraels Armee startet gezielte Angriffe im Südlibanon

Israels Armee hat nach eigenen Angaben mit "gezielten Angriffen" im Süden des Libanon begonnen.
Die Angriffe seien eine "Reaktion auf einen eklatanten Verstoß der Terrororganisation Hisbollah" gegen die mit dem Libanon vereinbarte Waffenruhe, erklärte die Armee am Mittwoch. Zuvor hatten Israels Streitkräfte erstmals seit mehreren Wochen Menschen im Süden des Libanon zur sofortigen Evakuierung aufgerufen.
Die Bewohner des Dorfes Al-Mansuri sollten ihre Häuser "sofort verlassen" und sich "in Richtung Norden" begeben, erklärte die arabischsprachige Armeesprecherin Ella Waweja im Onlinedienst X. Die Angriffe erfolgten zeitgleich zu einer neuen Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon in Rom.
Die Gespräche in der italienischen Hauptstadt hatten am Dienstag begonnen und sollen nach US-Angaben bis Donnerstag fortgesetzt werden. Es ist die siebte Runde der von Washington vermittelten Gespräche, seit die pro-iranische Hisbollah den Libanon im März mit Raketenangriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen hatte.
Es gehe darum, "dass dauerhafte Sicherheit für beide Länder gewährleistet wird, Sicherheitsbedrohungen für Israel beseitigt werden und die staatliche Autorität des Libanon im gesamten Süden wiederhergestellt wird", erklärte US-Außenamtssprecher Tommy Pigott auf X.
Ein im Juni unter Vermittlung der USA vereinbartes Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon sieht vor, dass sich die israelische Armee schrittweise aus dem Süden des Libanon zurückzieht. Die libanesischen Streitkräfte sollen die Kontrolle über geräumte Gebiete übernehmen und dort die vom Iran unterstützte Hisbollah entwaffnen.
Die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, lehnt eine Entwaffnung und Gespräche mit dem Nachbarstaat ab.