Studie zur BerufswahlJeder fünfte Jugendliche will nach der Schule direkt arbeiten

Fast jeder fünfte Jugendliche will laut einer Umfrage direkt nach dem Schulabschluss arbeiten, auch ohne berufliche Qualifikation. Besonders hoch ist dieser Anteil mit 25 Prozent unter Schülerinnen und Schülern mit niedriger Schulbildung, wie aus der am Mittwoch von der Bertelsmann Stiftung veröffentlichten Studie hervorgeht. Aber auch 16 Prozent der Jugendlichen, die einen hohen Abschluss anstreben, wollen "auf jeden Fall" erst einmal Geld verdienen.
Der Bertelsmann Stiftung zufolge sind ein geringes Azubi-Gehalt und mangelnde berufliche Orientierung die zentralen Gründe dafür, dass sich Jugendliche für das Arbeiten ohne berufliche Ausbildung entscheiden. "Sich beruflich zu qualifizieren, muss für junge Menschen attraktiver sein, als ungelernt zu arbeiten", erklärte Helen Renk, Expertin der Bertelsmann Stiftung für berufliche Bildung. "Ohne reguläre Ausbildung steigt das Risiko, arbeitslos zu werden oder im Niedriglohnsektor zu verharren."
Die Probleme bei der Ausbildungssuche unterscheiden sich der Studie zufolge: Menschen mit hohem angestrebten Schulabschluss nennen häufiger Probleme bei der Auswahl und dem Angebot an Ausbildungsplätzen. Befragte mit niedriger Schulbildung sehen das Problem hingegen häufiger darin, Bewerbungen zu schreiben, und fürchten, dass sie geforderte Qualifikationen nicht vorweisen können.