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"Auch bittere Pillen schlucken"CDU-Vize Laumann ruft eigene Partei zu mehr Kompromisswillen und Empathie auf

15.05.2026, 10:07 Uhr
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Nordrhein-westfälischer Arbeitsminister Karl-Josef Laumann. (Archivbild)

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende und nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hat seine eigene Partei zu Kompromissen in der Reformdebatte aufgerufen.

"Die Reformen werden nur dann funktionieren, wenn alle drei Parteien auch bittere Pillen schlucken", sagte Laumann der Wochenzeitung "Zeit". Er rief seine Partei gleichzeitig zu "mehr Empathie" in der Reformdiskussion auf.

"Wenn man sagt, alle müssten mehr arbeiten, oder wenn man von Lifestyle-Teilzeit spricht, dann gibt es zwar Beifall in manchen CDU-Sälen", sagte Laumann. "Aber viele Menschen, die das hören, können das mit ihrer Lebensrealität nicht nachvollziehen." Denn die meisten Bürger zeigten vollen Einsatz in der Familie wie im Beruf. "Die fragen sich, was solche Aussagen sollen." Teile der CDU könnten deshalb "hier und da ein bisschen mehr Empathie üben".

Laumann bemängelte, in der CDU habe der Wille zu Kompromissen nachgelassen: "In der CDU hatten viele nach der Merkel-Zeit den politischen Kompromiss schlichtweg satt. Aber ich glaube, dass diese Haltung in unserer Demokratie nicht funktioniert. In der Koalition zu regieren bedeutet, Kompromisse zu schließen." Natürlich müsse "jede Partei ihr Kernklientel bedienen, aber man muss kompromissfähig bleiben".

Quelle: ntv.de, AFP

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