Trotz deutlicher KennzeichnungKeine Verletzte: Rotes Kreuz meldet Angriffe auf Büro im Gazastreifens

Ein Büro des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) im Süden des Gazastreifen ist nach Angaben der Hilfsorganisation bei einem Angriff beschädigt worden. "Heute wurde ein Büro des IKRK in Rafah durch ein explosives Geschoss beschädigt, obwohl es deutlich gekennzeichnet und allen Beteiligten gemeldet worden war", teilte das IKRK am Montag mit.
Verletzt worden sei niemand. Der Angriff habe aber "direkte Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit des IKRK". Die Hilfsorganisation verurteilt die Attacke "aufs Schärfste". Das IKRK rief alle Konfliktparteien auf, die Sicherheit von humanitären Helfern im Gazastreifen zu gewährleisten. Die in Genf ansässige Organisation erklärte, am Sonntag den Kontakt zu Rettungssanitätern des Palästinensischen Roten Halbmonds verloren zu haben, ihr Aufenthaltsort sei weiterhin unbekannt. In der vergangenen Woche seien zudem humanitäre Helfer im Gazastreifen getötet und verletzt worden.
Israel hatte am vergangenen Dienstag seine massiven Luftangriffe auf Hamas-Ziele im Gazastreifen wieder aufgenommen, wo seit dem 19. Januar eine zwischen beiden Seiten vereinbarte Waffenruhe galt. Am Mittwoch startete die israelische Armee zudem einen neuen Bodeneinsatz in dem Palästinensergebiet. Am Sonntag verkündete das Militär einen Einsatz gegen "terroristische Organisationen" in Rafah. Israel will mit seiner Offensive nach eigenen Angaben den Druck auf die Hamas erhöhen, um die von ihr noch immer festgehaltenen Geiseln freizubekommen.
Der Krieg im Gazastreifen war durch den brutalen Überfall der Hamas und mit ihr verbündeter Palästinensergruppen auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst worden. Seit dem 19. Januar galt eine Waffenruhe, die erste Phase des dazu mit Hilfe internationaler Vermittler geschlossenen Abkommens lief am 1. März aus. Eine Einigung über die zweite Phase konnte bisher nicht erzielt werden.