Kurznachrichten

Studie zum Investitionsverhalten KfW: Digitalisierungsschub im deutschen Mittelstand seit Corona zum Erliegen gekommen

23.04.2026, 11:06 Uhr
Ende-2021-kurz-nach-der-Bundestagswahl-glaubten-noch-82-Prozent-der-Entscheidungstraeger-an-einen-Digitalisierungsschub-durch-die-Ampel-Regierung
(Foto: Marijan Murat/dpa)

Der durch die Corona-Krise ausgelöste Schub in der Digitalisierung im deutschen Mittelstand ist laut einer KfW-Studie zum Erliegen gekommen.

"Das ist sicherlich auch auf die schwierige konjunkturelle Lage zurückzuführen, die das Investitionsverhalten der Unternehmen hemmt", sagte KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher am Donnerstag. Aus dem neuen Digitalisierungsbericht von KfW Research geht hervor, dass die Aktivitäten des deutschen Mittelstands in diesem Bereich über alle Wirtschaftszweige hinweg zurückgegangen sind. Der Anteil der Unternehmen, die zwischen 2022 und 2024 ein Digitalisierungsvorhaben abgeschlossen haben, sank im Vergleich zu den Jahren 2021 bis 2023 um fünf Prozentpunkte auf 30 Prozent.

Die Unternehmen investierten insgesamt 23,8 Milliarden Euro in ihre Digitalisierung – ein Minus von 8,1 Milliarden Euro, preisbereinigt sogar um 8,6 Milliarden Euro. In der langfristigen Perspektive haben die Digitalisierungsaktivitäten im Mittelstand aber zugenommen. Der Anteil der Unternehmen mit abgeschlossenen Vorhaben sowie die aggregierten und durchschnittlichen Digitalisierungsausgaben der aktiven Unternehmen liegen demnach höher als vor einem knappen Jahrzehnt.

DIGITALE UNTERNEHMEN SIND PRODUKTIVER Das ZEW Mannheim und KfW Research kamen in einer gemeinsamen Studie zu dem Schluss: Je digitaler ein Unternehmen aufgestellt ist, umso produktiver ist es. Dieser Zusammenhang sei umso stärker ausgeprägt, je weiter die Digitalisierung der Firma bereits fortgeschritten sei. "Der Bestand an Digital-Kapital in einem Unternehmen steht in einem klaren Zusammenhang zur Höhe der Produktivität. Je digitaler ein Unternehmen bereits aufgestellt ist, umso mehr profitiert es von zusätzlichen Digitalisierungsausgaben", erklärte Irene Bertschek, Leiterin des ZEW-Forschungsbereichs Digitale Ökonomie.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssten Unternehmen in ihre Digitalisierung investieren, sagte KfW-Chefvolkswirt Schumacher. Die Investitionen sollten kontinuierlich und in ausreichender Höhe vorgenommen werden, um dauerhafte Wirkung zu entfalten und die Unternehmen wirklich nach vorne zu bringen. Die Analyse erfolgte auf Basis von Daten aus dem KfW-Mittelstandspanel für die Jahre 2017 bis 2022. Das KfW-Mittelstandspanel ist die einzige repräsentative Erhebung für den gesamten deutschen Mittelstand. Dafür werden Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro jährlich befragt.

Quelle: ntv.de, rts

Regionales