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Folgen der ErderwärmungKlimawandel verursacht mehr Hitzetote und steigende Schäden für Landwirtschaft und Ökosysteme

22.04.2026, 12:48 Uhr
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HANDOUT - Dürre in Mitteldeutschland 2018. Vertrocknetes Feld nördlich von Leipzig. Credit: André Künzelmann / UFZ (Foto: André Künzelmann / UFZ/dpa)

Durch den menschengemachten Klimawandel gibt es mehr Hitzetote und zunehmende Schäden für die Landwirtschaft und Ökosysteme.

Während die Zahl der Hitzetoten in Europa laut dem aktuellen "Lancet Countdown Europe Report 2026" drastisch steigt, warnen die Weltwetterorganisation (WMO) und die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) vor Ernteausfällen und bedrohten Existenzgrundlagen für mehr als eine Milliarde Menschen.

"Die Häufigkeit, Intensität und Dauer extremer Hitzewellen haben im Laufe des letzten halben Jahrhunderts stark zugenommen", berichten die Organisationen. "Die Risiken für die Agrar- und Ernährungssysteme sowie die Ökosysteme dürften in Zukunft in die Höhe schnellen."

Laut dem aktuellen "Lancet Countdown Europe Report 2026" hat die Zahl der hitzebedingten Todesfälle im Zeitraum von 2015 bis 2024 im Vergleich zu den Jahren 1991 bis 2000 in fast allen untersuchten Regionen (99,6 Prozent) zugenommen. Im Durchschnitt starben jährlich 52 Menschen mehr pro Million Einwohner an den Folgen der Hitze, in südeuropäischen Ländern wie Spanien, Italien, Griechenland und Bulgarien lag dieser Wert teils über 120.

Die Zahl der Tage mit Gesundheitswarnungen vor extremer Hitze stieg in Europa im selben Zeitraum um durchschnittlich 318 Prozent, wobei Westeuropa einschließlich Deutschland (450 Prozent) den höchsten Anstieg verzeichnete. Die Studie einer internationalen Gruppe um Joacim Rocklöv vom Universitätsklinikum Heidelberg ist im Fachmagazin "The Lancet" erschienen.

Parallel dazu schlagen die Weltwetterorganisation (WMO) und die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) Alarm. In einem gemeinsamen Bericht zum Welttag der Erde betonen sie, dass Nutztiere und -pflanzen extrem unter der zunehmenden Hitze leiden.

Für die meisten Haustiere beginne Hitzestress bereits ab 25 Grad. Hühner und Schweine seien besonders gefährdet, da sie sich nicht durch Schwitzen kühlen können. Fische könnten an Herzversagen sterben, wenn sie eine erhöhte Atemfrequenz aufrechterhalten müssen, weil bei extremen Hitzewellen in Gewässern der Gehalt an gelöstem Sauerstoff sinkt.

Quelle: ntv.de, dpa

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