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Studie zu LöhnenKnapp jeder fünfte Beschäftigte verdient 2025 weniger als 15 Euro brutto pro Stunde

11.03.2026, 13:01 Uhr
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Knapp jede und jeder fünfte Beschäftigte hat im vergangenen Jahr unter 15 Euro brutto pro Stunde verdient.

Nach den jüngsten Daten waren dies im vergangenen April 7,7 Millionen Beschäftigte (19,3 Prozent), wie eine Antwort der Bundesregierung auf eine Linken-Anfrage zeigt.

Rund 10 Millionen Beschäftigte verdienen weniger als 16, rund 5 Millionen sogar weniger als 14 Euro. Die von der Regierung angeführte Daten stammen aus der jüngsten Verdiensterhebung des Statistischen Bundesamtes. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) nannte die Zahlen "erschreckend" und warnte vor verschärfter sozialer Ungleichheit.

Der Linke-Abgeordnete Cem Ince, der die Anfrage gestellt hatte, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Der EU-Mindestlohnrichtlinie zufolge müssten Beschäftigte mindestens 15 Euro pro Stunde verdienen." Deutlich über 16 Euro müssten es "für ein Mindestmaß an echter Lebensqualität" sein - dies zeigten Studien. "Kein Wunder, dass die Unzufriedenheit im Land groß ist, wenn Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter weniger verdienen", sagte der Politiker.

Der gesetzliche Mindestlohn liegt in Deutschland derzeit bei 13,90 und soll Anfang 2027 auf 14,60 Euro steigen. Das Statistische Bundesamt hatte die Niedriglohnschwelle im April 2025 mit 14,32 Euro angegeben. Zum Niedriglohnsektor zählen laut offizieller Einordnung Löhne mit weniger als zwei Drittel des mittleren Lohns. Beim mittleren Lohn verdient die eine Hälfte der Beschäftigten mehr und die andere Hälfte der Beschäftigten weniger.

SoVD-Chefin Michaela Engelmeier forderte einen "armutsfesten Mindestlohn". Der müsse entsprechend der EU-Mindestlohnrichtlinie bei mindestens 60 Prozent des mittleren Lohns liegen. "So stellen wir sicher, dass Arbeit wirklich vor Armut schützt", sagte Engelmeier der dpa. Schon seit längerem fordern Gewerkschaften und Sozialverbände einen Mindestlohn nicht unter 60 Prozent des mittleren Lohns. Sie berufen sich dabei auf die EU-Mindestlohnrichtlinie. Laut der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung wären schon im vergangenen Jahr 15,12 Euro in Deutschland nötig gewesen, um die 60-Prozent-Schwelle zu erreichen. Dies ergebe sich aus OECD-Berechnungen.

Quelle: ntv.de, dpa

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