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Calgon, Cillit Bang und Air WickKonsumgüterkonzern Reckitt trennt sich von mehreren Haushaltsreinigermarken

24.07.2024, 15:23 Uhr
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(Foto: REUTERS)

Der britische Konsumgüterkonzern Reckitt stellt sein Geschäft mit Babynahrung und andere Marken ins Schaufenster. Bis Ende 2025 wolle sich das Unternehmen von mehreren Haushaltsreinigermarken trennen, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehörten, darunter Calgon, Cillit Bang und Air Wick, kündigte Reckitt am Mittwoch an. Auch für den Säuglingsnahrungshersteller Mead Johnson würden alle strategischen Optionen geprüft. Reckitt wolle damit sein Portfolio deutlich schärfen und die Organisation vereinfachen, um Wachstum und Wertschöpfung zu beschleunigen, sagte Vorstandschef Kris Licht.

Künftig wolle sich der Konzern stärker auf seine Gesundheits- und Hygieneprodukte mit wachstumsstarken Marken wie Nurofen-Schmerzmittel, Vanish-Fleckentferner oder Durex-Kondome konzentrieren. Mead Johnson hatte Reckitt erst 2017 für 16,6 Milliarden Dollar übernommen und war damit in das Geschäftsfeld Babynahrung eingestiegen. Doch zuletzt hatten Probleme wie Produktrückrufe und Sorgen vor einer Klagewelle im Zusammenhang mit der Babynahrung Enfamil belastet.

Ein Geschworenengericht in Illinois hatte Mead Johnson im Frühjahr zur Zahlung von 60 Millionen Dollar an die Mutter eines Frühgeborenen verurteilt, das an einer Darmerkrankung starb, nachdem es mit Enfamil gefüttert worden war. Die Geschworenen befanden, dass Mead fahrlässig gehandelt und nicht vor dem Risiko einer nekrotisierenden Enterokolitis (NEC) gewarnt habe - eine Krankheit, die vor allem Frühgeborene betrifft. Das Urteil war das erste in Hunderten von anhängigen Gerichtsverfahren, in denen behauptet wird, dass Enfamil und die Similac-Produkte des Konkurrenten Abbott NEC verursachen. Top-Aktionäre und Analysten drängten das Unternehmen darauf, den Bereich zu veräußern.

Quelle: ntv.de, rts

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