Wagner-Söldner im NachbarlandLitauen hat Kräfte und Schutzmaßnahmen an Grenze zu Belarus verstärkt

Litauen hat in Reaktion auf die Präsenz russischer Wagner-Söldner in Belarus seine Kräfte und Schutzmaßnahmen an der Grenze zu Belarus verstärkt.
"Wir haben mehr Geheimdienstoffiziere im Einsatz, unsere Institutionen funktionieren, und es gibt sicherlich auch viel mehr Kräfte des nationalen Verteidigungssystems und der Strafverfolgungsbehörden. Sie führen auch gemeinsam Übungen durch und ergreifen andere Aktionen", sagte Regierungschefin Ingrida Simonyte in einem Podcast der Wirtschaftszeitung "Verslo zinios".
Nähere Angaben machte die Ministerpräsidentin des baltischen EU- und Nato-Landes nicht. "Ich denke nicht, dass es notwendig ist, es irgendwie im Detail darzustellen, mit Zahlen oder anderen Dingen herumzuwerfen, wie es vielleicht unsere Kollegen von der polnischen Regierung manchmal tun", sagte Simonyte.
Litauen hat eine fast 680 Kilometer lange Grenze zu Russlands engem Verbündeten Belarus. Der Baltenstaat ist wie Polen wegen Aktivitäten der russischen Privatarmee Wagner im Nachbarland besorgt. Die Lage ist zudem angespannt, weil Migranten aus Krisengebieten nach Litauen gelangen wollen, was von den belarussischen Behörden geduldet oder sogar befördert wird.
Litauen plant in Reaktion darauf auch, zwei seiner insgesamt sechs Grenzübergänge zum autoritär regierten Nachbarland zu schließen. "Der bestehende Vorschlag ist, und die Regierung wird sich bald damit befassen, die Kontrollstationen zu schließen, an denen nur Menschen und Bürger passieren, keine Waren, und auch leere Fahrzeuge", sagte Simonyte. Weitere Schließungen würden eine Abstimmung mit den Nachbarländern erfordern, da meisten Fahrzeuge, die die Grenze zu Belarus überqueren, in der EU zugelassen seien.