Bestreikte Tochter-AirlineLufthansa: Cityline-Schließung betrifft etwa 150 Flüge am Tag

Durch die plötzliche Schließung der bestreikten Tochter Cityline seit Samstag ist bei der Lufthansa eine Lücke von rund 150 Flügen am Tag entstanden.
Entsprechende Angaben der Gewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und UFO zum Umfang des Flugprogramms der Airline, die Lufthansa mit Verweis auf Streik- und gestiegene Treibstoffkosten mit nur zwei Tagen Vorlauf aus dem Netz nahm, bestätigte das Unternehmen.
VC und UFO hatten die Zubringerfluglinie und die Kernmarke Lufthansa zuvor eine Woche lang mit Streiks lahmgelegt. Jetzt werden Flüge gestrichen, und die Netzplaner der Lufthansa arbeiten an Ersatz durch andere Airlines der Gruppe oder Partner wie Air Baltic.
UFO und VC hatten den Beschluss zur beschleunigten Abwicklung der Fluglinie mit zwei Dutzend Maschinen und rund 1300 Beschäftigten scharf kritisiert. Ursprünglich war ein schrittweises Verkleinern der defizitären Airline bis zu einer Einstellung des Betriebs 2028 geplant. Begonnen hatte der Prozess mit der Gründung der ebenfalls auf Zubringer ausgerichteten City Airlines, die im Sommer 2024 startete. Sie ist dank niedrigerer Tarife und höherer Einsatzzeiten produktiver. VC und UFO rieten von einem Wechsel der Cityliner dorthin wegen der schlechteren Konditionen ab, deshalb gingen nur wenige Mitarbeitende von Cityline zu City Airlines.
Cockpit- und Kabinenbeschäftigte von Cityline sollen jetzt nach dem Willen der Lufthansa möglichst Jobs bei anderen Fluggesellschaften im Konzern finden. Es wird jedoch auch ein betrieblicher Sozialplan von Personalvertretung und Arbeitgeber mit Konditionen wie Abfindungen zum Ausscheiden ausgehandelt, wie UFO und Lufthansa erklärten.