Kurznachrichten

Besuch von Macron angekündigtMayotte erhält 23 Tonnen Trinkwasser nach heftigen Verwüstungen durch Zyklon "Chido"

18.12.2024, 17:23 Uhr
41bc1d40f27b7946026aa30c667a0be7
(Foto: REUTERS)

Nach dem starken Zyklon im französischen Inselterritorium Mayotte hat am Mittwoch die Verteilung von 23 Tonnen Trinkwasser für die Bevölkerung begonnen. Der französische Minister für Angelegenheiten in Übersee, François-Noël Buffet, sagte dem Radiosender Europe 1, per Flugzeug nach Mayotte transportierte Hilfe werde verschiedenen Orten der Inselgruppe im Indischen Ozean zugeteilt. Mit dem örtlichen Wasserversorgungssystem sei die Gefahr "schlechter Qualität" verbunden, sagte er.

Der Zyklon am Samstag war der schlimmste Sturm in Mayotte seit fast 100 Jahren. Ganze Wohnviertel wurden zerstört. Der Zyklon hatte laut französischem Wetteramt Windgeschwindigkeiten von mehr als 220 Kilometern pro Stunde. Viele Bewohner ignorierten Warnungen, weil sie nicht damit rechneten, dass der Sturm so stark sein würde. Nach Behördenangaben sind womöglich Hunderte oder Tausende Menschen ums Leben gekommen. Der französische Premierminister François Bayrou teilte am Dienstag mit, mehr als 1.500 Menschen seien verletzt worden. Mehr als 200 von ihnen sei der Gesundheitszustand kritisch.

Reporter der Nachrichtenagentur AP sahen in Mayotte zerstörte Häuser, umgestürzte Bäume und Menschen, die sich für Wasser anstellten. Dutzende französische Soldaten richteten ein Lager am örtlichen Flughafen ein. Laut französischem Militär sollte am (morgigen) Donnerstag ein Marineschiff mit 180 Tonnen Hilfe und Zubehör eintreffen. Der französische Präsident Emmanuel Macron will nach Angaben seines Büros am Donnerstag nach Mayotte reisen. Dort soll er ein Krankenhaus und ein verwüstetes Viertel besuchen. "Unsere Landsleute durchleben das Schlimmste nur wenige Tausend Kilometer entfernt", teilte Macron mit. Einige Einwohner von Mayotte werfen der französischen Regierung seit langem vor, die Inselgruppe zu vernachlässigen.

Mayotte liegt zwischen Madagaskar und der Ostküste Afrikas. Die dicht besiedelte Inselgruppe hat laut französischer Regierung mehr als 320.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Schätzungen zufolge leben zudem 100.000 Migrantinnen und Migranten aus dem Ausland dort. Viele Menschen kommen nach Mayotte in der Hoffnung, nach Europa zu gelangen. Das französische Innenministerium hat in dieser Woche ein strengeres Vorgehen gegen Migration vorgeschlagen.

Auf der französischen Insel Réunion machten sich Angehörige von Überlebenden des Zyklons auf Mayotte Sorgen um ihre Familienmitglieder. Auf Mayotte hätten Menschen keine Lebensmittel oder Waser und einige Häuser hätten kein Dach mehr, sagten sie. "Wir haben auch Angst vor Krankheitsausbrüchen, weil die Leute Wasser von jedem Ort trinken, wo sie es herbekommen und es ist nicht unbedingt trinkbares Wasser", sagte die Angehörige Anrafa Parassouramin. Gesundheitsministerin Geneviève Darrieussecq hat Bedenken wegen der Gefahr einer Cholera-Epidemie in Mayotte geäußert.

Quelle: ntv.de, dpa

Regionales