"Drastische negative finanzielle Folgen"Medienbericht: Ökonomen appellieren an die Bundesregierung Rentenpaket zu stoppen

21 Ökonomen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus anderen Fachrichtungen appellieren einem Medienbericht zufolge an die Bundesregierung, das geplante Rentenpaket zu stoppen.
21 Ökonomen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus anderen Fachrichtungen appellieren einem Medienbericht zufolge an die Bundesregierung, das geplante Rentenpaket zu stoppen. "Für Stabilität, Verlässlichkeit und Vertrauen braucht es eine Rentenpolitik mit langem Atem, die berechenbar und fiskalisch nachhaltig ist", zitierte das "Handelsblatt" am Sonntag aus dem Aufruf. Das Rentenpaket verfehle dieses Ziel.
Der Appell soll dem Bericht zufolge am Montag veröffentlicht werden. Unterschrieben hätten unter anderem der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, die Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer und Veronika Grimm, der Freiburger Wirtschaftswissenschaftler Bernd Raffelhüschen sowie Jörg Rocholl, der Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats beim Bundesfinanzministerium.
In einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" schreiben Fuest, Rocholl und Michael Eilfort, Vorstand der Stiftung Marktwirtschaft, laut der Vorabmeldung, die Reformpläne der schwarz-roten Bundesregierung verstießen gegen zentrale Prinzipien erfolgreicher Rentenpolitik. Vor allem die Haltelinie für das Rentenniveau und die geplante Ausweitung der Mütterrente belasteten die öffentlichen Finanzen erheblich.
"Es wäre für das Vertrauen in die Politik fatal, wenn jetzt Entscheidungen durchgedrückt würden, die bereits in wenigen Jahren zwangsläufig drastische negative finanzielle Folgen hätten", zitierte die Zeitung aus dem Gastbeitrag. Auch in der Koalition selbst wird weiter über das Thema Rente gestritten. Die SPD beharrt auf dem vom Kabinett beschlossenen Entwurf, während junge Unionsabgeordnete Änderungen verlangen.
Sie wehren sich dagegen, dass dort nicht nur das Rentenniveau bis 2031 bei mindestens 48 Prozent festgeschrieben wird, sondern dass dies auch danach zu einem höheren Ausgangsniveau für die Entwicklung der Rente in den Folgejahren führen würde. Union und SPD sind für eine eigene Mehrheit im Bundestag aber auf Stimmen der Jungen Gruppe der Union angewiesen.