Kurznachrichten

Auswertung der KriminalstatistikMehr Ausländer erhöhen offenbar nicht die Kriminalitätsrate

18.02.2025, 10:25 Uhr
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(Foto: dpa)

Ein steigender Ausländeranteil führt nach einer Studie des Münchener Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung an den Zuzugsorten nicht zu einer höheren Kriminalitätsrate. Dies belegten Auswertungen der Polizeilichen Kriminalstatistik nach Landkreisen für die Jahre 2018 bis 2023, teilte das Institut mit.

"Wir finden keinen Zusammenhang zwischen einem steigenden Ausländeranteil in einem Kreis und der lokalen Kriminalitätsrate", erklärte Ifo-Forscher Jean-Victor Alipour. Dies gelte auch für Flüchtlinge. Auch internationale Forschung zeige, dass Migration und Flucht keinen systematischen Einfluss auf die Kriminalität im Aufnahmeland hätten.

Die Forscher berücksichtigten bei ihrer Auswertung demnach, dass Ausländer in der Kriminalstatistik häufiger auftauchen als es ihrem Bevölkerungsanteil entspräche. Grund für die höhere Kriminalitätsrate seien herkunftsunabhängige Faktoren: Migranten zögen häufiger in Ballungsräume mit einer strukturell höheren Kriminalität auch unter Deutschen. Dass Ausländer im Schnitt jünger und häufiger männlich seien, spiele dagegen eine geringere Rolle.

"Berücksichtigt man diese Faktoren, stehen regionaler Ausländeranteil und Kriminalitätsrate in keinem statistischen Zusammenhang", sagte Ifo-Forscher Joop Adema. "Die Annahme, dass Ausländer oder Schutzsuchende eine höhere Kriminalitätsneigung besitzen als demografisch vergleichbare Einheimische, ist nicht haltbar." Die Forscher untersuchten auch besonders schwere Delikte wie Tötungen oder sexuelle Übergriffe. Auch dort liefer

e die Studie keinen statistischen Zusammenhang mit einem steigenden Ausländeranteil oder dem Anteil Schutzsuchender.

Als wichtige Vorbeugung gegen Kriminalität bezeichneten die Forscher vor allem eine Integration in den Arbeitsmarkt. Sinnvolle Maßnahmen seien die einfachere Anerkennung ausländischer Abschlüsse und eine Verteilung von Asylbewerbern nach regionaler Arbeitsnachfrage. "Migranten erhalten so schneller legale Verdienstmöglichkeiten, was Straffälligkeit vorbeugt. Außerdem könnte der Arbeitskräftebedarf gezielter gedeckt werden", sagte Alipour.

Quelle: ntv.de, RTS

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