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Seit 7. Oktober 2023Mehr als jede dritte jüdische Gemeinde meldet Antisemitismus

07.10.2024, 13:55 Uhr
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Die Veranstalter wünschen sich ein starkes Zeichen der Münchnerinnen und Münchner gegen Antisemitismus. (Archivbild) (Foto: Hannes P Albert/dpa)

Deutlich mehr als ein Drittel der jüdischen Gemeinden in Deutschland hat in diesem Jahr einer Umfrage zufolge antisemitische Taten registriert. 42 Prozent der Gemeinden stellten antisemitische Vorfälle wie Schmierereien, Drohanrufe oder Beleidigungen fest, wie aus einem Lagebild des Zentralrats der Juden hervorgeht. "Auch in Deutschland befinden sich die jüdischen Gemeinden in einem Ausnahmezustand - seit einem Jahr", heißt es in einer Mitteilung dazu.

Der Zentralrat hatte die jüdischen Gemeinden in Deutschland vom 20. August bis zum 15. September nach den Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel gefragt. Den Angaben nach beteiligten sich Führungspersonen von 98 der 105 Gemeinden.

82 Prozent gaben demnach an, dass es unsicherer geworden sei, in Deutschland als Jüdin oder Juden zu leben und sich so zu zeigen. Im Vergleich zu der vorherigen Umfrage des Zentralrats Ende 2023 stieg dieser Wert um vier Prozentpunkte. Zurückgegangen ist dagegen der Anteil der Gemeinden, die eine geringere Teilnahme ihrer Mitglieder am Gemeindeleben verzeichnen: Waren es bei der Umfrage wenige Wochen nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 noch 69 Prozent, so sind es in der neuen Befragung 42 Prozent.

Der Zentralrat betonte, dass die Gemeinden personell, emotional und organisatorisch am Limit seien. "Ja, die Gemeinden sind für die Mitglieder da, das Gemeinschaftsgefühl steigt, es finden wieder mehr Veranstaltungen statt, man passt sich an", erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster. "Doch auf dieser Gewöhnung an einen Ausnahmezustand liegt ein Schatten". Ein solcher Zustand dürfe nicht Normalität werden. "Unsere Gesellschaft darf nicht zulassen, dass jüdisches Leben weniger sichtbar wird", so Schuster.

Quelle: ntv.de, dpa

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