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Forderung von ErmittlungenMenschenrechtsorganisationen werfen Türkei Folter im Erdbebengebiet vor

05.04.2023, 15:11 Uhr
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(Foto: dpa)

Türkische Sicherheitskräfte sollen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen im Erdbebengebiet Menschen wegen des Verdachts auf Diebstahl und Plünderung geschlagen und gefoltert haben. Polizei und Armee nutzten den von Präsident Recep Tayyip Erdogan verhängten Ausnahmezustand als "Lizenz, um zu foltern", heißt es in einem Bericht von Amnesty International und Human Rights Watch (HRW).

"Die Berichte und Bilder von mutwilliger Gewalt durch Ordnungskräfte sind erschütternd", sagte Amke Dietert, Türkei-Expertin bei Amnesty International Deutschland. "Die türkischen Behörden müssen unverzüglich strafrechtliche Ermittlungen zu allen Fällen von Folter und anderen Misshandlungen einleiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen."

Der HRW-Direktor für Europa und Zentralasien, Hugh Williamson, nannte die "glaubwürdigen" Berichte über Mitglieder von Polizei und Armee, die Menschen "brutal und über längere Zeit verprügeln" sowie willkürlich festhielten, "schockierend".

Unter den Befragten befanden sich den Menschenrechtsaktivisten zufolge zwölf Opfer von Folter und anderen Misshandlungen sowie zwei Männer, die von Gendarmen mit der Waffe bedroht worden waren. Die meisten Misshandlungen fanden dem Bericht zufolge in der Stadt Antakya und in der Provinz Hatay statt. In vier Fällen handelte es sich demnach bei den Betroffenen um syrische Geflüchtete, es gebe dabei Hinweise auf rassistische Motive.

Schon vor der Veröffentlichung des Berichts hatte das türkische Justizministerium mitgeteilt, Ankara verfolge bei Folter eine "Nulltoleranz-Politik". Die genauen Ergebnisse der Untersuchungen seien dann von der Regierung pauschal zurückgewiesen worden, ohne dass auf die Einzelheiten des Berichts eingegangen worden sei, erklärten die Menschenrechtsorganisationen.

Quelle: ntv.de, AFP

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