Nach Forderung aus BrüsselMeta öffnet WhatsApp in der EU für konkurrierende Chatbots

Der US-Internetkonzern Meta lässt auf Druck der Europäischen Union (EU) vorübergehend KI-Chatbots von Konkurrenten auf WhatsApp zu.
Diese Maßnahme sei auf zwölf Monate befristet, teilte der Facebook-Mutterkonzern am Donnerstag mit. Damit werde eine drohende einstweilige Anordnung der Wettbewerbsbehörden wohl hinfällig. Die Rivalen müssen für den Zugang zu der Plattform jedoch eine Gebühr entrichten. Die EU-Kommission teilte mit, sie werde eventuelle Auswirkungen auf die laufenden Kartellermittlungen prüfen.
Vor einigen Wochen hatten die Behörden Meta einstweilige Maßnahmen angedroht, weil der Ausschluss konkurrierender Chatbots auf WhatsApp nach vorläufigen Untersuchungen den Wettbewerb behindere. Im Januar hatte der Konzern den Messengerdienst in Italien auf Anordnung der dortigen Kartellwächter geöffnet. Auch dort dauern die Ermittlungen an. In Brasilien muss Meta nach einem Gerichtsurteil Dritten ebenfalls Zugang gewähren.
Das KI-Startup Interaction Company of California pochte trotz des Meta-Zugeständnisses auf eine einstweilige Anordnung durch die EU. Firmenchef Marvin von Hagen kritisierte Metas Preispolitik für einen WhatsApp-Zugang als "schikanös". "Eine wettbewerbsfeindliche Beschränkung wird schlicht durch eine andere ersetzt." Sein Unternehmen, das den KI-Assistenten Poke.com entwickelt, hatte Beschwerde gegen die Praktiken von Meta eingelegt. Auf WhatsApp kann vorwiegend nur die hauseigene Künstliche Intelligenz (KI) "Meta AI" genutzt werden.