Findet am 7. und 8. Juli stattNato-Gipfel in Ankara: Mehr als 200 Festnahmen vorab

Zwei Wochen vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara hat die türkische Polizei mehr als 200 Personen festgenommen.
Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, wurden im Rahmen von Ermittlungen, die von der Staatsanwaltschaft Ankara gegen Terrororganisationen geführt werden, 241 Verdächtige zur Fahndung ausgeschrieben. 209 Personen wurden demnach festgenommen. Lokalen Medienberichten zufolge wurden bei den Razzien in Ankara und Istanbul die Wohnungen von Gewerkschaftern, Anwälten und linken Aktivisten durchsucht.
Wie der "Verein fortschrittlicher Juristen" auf X mitteilte, wurden unter anderem Anwälte in Istanbul und Ankara festgenommen. Der Verein verurteilte das Vorgehen, das darauf abziele, "der Nato vor dem Gipfel einen dornenlosen Rosengarten zu bereiten".
Der Gipfel findet am 7. und 8. Juli in Ankara statt. Das Gouverneursamt von Ankara hat ein Versammlungs- und Demonstrationsverbot im gesamten Stadtgebiet ausgesprochen. Dies gilt vom 28. Juni bis zum 10. Juli und untersagt neben Demonstrationszügen auch Pressekonferenzen auch Hungerstreiks und das Verteilen von Flugblättern. Seit der vergangenen Woche findet ein Protest von Lehrern im Stadtzentrum von Ankara statt, der mittlerweile in einen Hungerstreik übergegangen ist.
Die Polizei hat bereits einige der Teilnehmenden festgenommen. Am Wochenende hatten zahlreiche linke Parteien und zivilgesellschaftliche Organisationen die Koordinierungsgruppe "Nein zur Nato" gegründet, um gegen den Nato-Gipfel zu protestieren.