Amnesty International berichtetNigeria: Mindestens 100 Tote bei Luftangriff des Militärs in Provinz Zamfara

Nigerias Militär hat nach Angaben von Amnesty International (AI) bei einem Luftangriff im Bundesstaat Zamfara im Nordwesten des Landes mindestens 100 Menschen getötet.
Unter den Toten seien viele Frauen und Mädchen, teilte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag mit. Dutzende Menschen würden in Krankenhäusern behandelt. Amnesty International forderte eine Untersuchung des Vorfalls, bei dem bereits am Sonntag ein belebter Markt in der abgelegenen Ortschaft Tumfa im Bezirk Zurmi in Zamfara beschossen worden sei.
Es ist bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb eines Monats. Im April waren bei einem ähnlichen Luftangriff auf einen Wochenmarkt in Jilli im Nordosten Nigerias rund 200 Zivilisten getötet worden. Das Militär hat zu diesem Vorfall eine Untersuchung eingeleitet. Zu dem jüngsten Angriff lag von den Streitkräften zunächst keine Stellungnahme vor. In der Vergangenheit hatte das Militär jedoch bestritten, Zivilisten ins Visier zu nehmen und erklärt, die Angriffe seien geheimdienstlich geführt und träfen nur militante Ziele. Anwohner zeigten sich zunehmend besorgt über zivile Opfer bei Einsätzen des Militärs.
Es kämpft im Nordwesten Nigerias gegen Banditen und im Nordosten gegen einen seit 17 Jahren andauernden islamistischen Aufstand. Die USA griffen an Weihnachten des vergangenen Jahres mutmaßlich islamistische Stützpunkte im Nordwesten Nigerias an. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Nigeria vorgeworfen, Christen nicht ausreichend zu schützen.
"Dieses Muster von Menschenrechtsverletzungen wird zunehmend zur Norm", teilte Amnesty International mit. "Die Dorfbewohner sind die Leidtragenden der Gräueltaten von bewaffneten Gruppen, Banditen und dem Militär." Die Luftangriffe seien rechtswidrig und zeigten eine Missachtung des Lebens von Zivilisten.