Während des Gebets am MorgenNigeria: Mindestens 50 Tote bei Angriff auf Moschee und Dörfer

Bei Angriffen bewaffneter Gruppen im Nordwesten Nigerias sind mindestens 50 Menschen getötet worden. Nach dem Angriff auf eine Moschee während des Gebets am frühen Dienstagmorgen stieg die Anzahl der Opfer bis Mittwoch auf 32, wie der Anwohner Nura Musa im Ort Unguwan Mantau der Nachrichtenagentur AFP sagte. "Neun Gläubige wurden vor Ort getötet, viele weitere starben im Laufe des Tages", sagte er weiter.
Ein Lokalpolitiker hatte am Dienstag von 30 Todesopfern nach dem Angriff auf die Moschee berichtet. 20 weitere Menschen seien bei Angriffen in umliegenden Dörfern getötet worden. Sie wurden nach Angaben des Politikers bei lebendigem Leibe verbrannt. Vor den Angriffen habe eine Bürgerwehr eine Gruppe von Bewaffneten in einen Hinterhalt locken können, sagte Musa weiter. Die Bürgerwehr habe zudem nachts Wache gehalten. Morgens seien die Selbstverteidigungskräfte dann zum Beten in die Moschee gegangen. "Während sie beteten, starteten die Banditen einen Überraschungsangriff auf die Moschee. Sie eröffneten das Feuer auf die Gläubigen eröffnet und flohen", fügte der Dorfbewohner hinzu.
Im Nordwesten und im Zentrum Nigerias sind seit Jahren Milizen aktiv, die von den Behörden als "Banditen" bezeichnet werden. Sie überfallen Dörfer, entführen Anwohner für Lösegeld und brennen Häuser nieder. Die Behörden des westafrikanischen Landes haben mehrfach Friedensvereinbarungen mit den Gruppen geschlossen, in dem betroffenen Bezirk Malumfashi gab es allerdings keine solche Vereinbarung.
In dem Konflikt ging es vor Jahren ursprünglich um die Rechte an Land und Wasser in bestimmten Gebieten. Die dort organisierten Kriminellen verdienen Geld mit Viehdiebstählen, Entführungen und Steuern für Bauern. Staatliche Behörden spielen in den ländlichen Regionen Nigerias seit Jahren kaum ein Rolle.