Entspreche islamischen NormenPakistan setzt Angriffe auf Afghanistan wegen des Fastenmonats Ramadan aus

Pakistan setzt seine Angriffe auf das Nachbarland Afghanistan anlässlich des Endes des Fastenmonats Ramadan vorübergehend aus.
Pakistan setzt seine Angriffe auf das Nachbarland Afghanistan anlässlich des Endes des Fastenmonats Ramadan vorübergehend aus. Dies sei eine Geste des guten Willens und entspreche islamischen Normen, teilte Informationsminister Attaullah Tarar am Mittwoch auf X mit. Die Feuerpause erfolge auf eigene Initiative sowie auf Bitten Saudi-Arabiens, Katars und der Türkei. Sie gelte ab Mittwochmitternacht bis zum 23. März. Tarar warnte jedoch, dass die Einsätze bei erneuten Angriffen oder Terrorakten sofort und mit neuer Härte wieder aufgenommen würden.
Auch die afghanische Taliban-Regierung setzt ihre militärischen Operationen gegen Pakistan vorübergehend aus. Dies teilte Sprecher Sabiullah Mudschahid auf X mit, kurz nachdem auch Islamabad eine Feuerpause angekündigt hatte.
Die überraschende Ankündigung erfolgt nur zwei Tage nach einem schweren Luftangriff auf ein Ziel in Kabul. Dabei war am Montagabend ein Gebäude getroffen worden, das nach Angaben der afghanischen Taliban-Regierung als Drogenentzugsklinik genutzt wurde. Die Taliban sprachen von mehr als 400 Toten und 265 Verletzten. Die UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (UNAMA) bezifferte die Zahl der Todesopfer am Mittwoch dagegen auf 143. Unabhängige Überprüfungen waren zunächst nicht möglich.
Über das Ziel des Angriffs herrschen widersprüchliche Angaben. Während die Taliban-Regierung in Kabul von einer zivilen Einrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Nato-Basis "Camp Phoenix" sprach, erklärte Pakistans Militär, es habe ein Lager für Drohnen und Munition sowie Ausrüstung für Selbstmordattentäter getroffen. Auch Scud-Raketen aus Sowjet-Zeiten sollen dort gelagert haben. Der Konflikt zwischen den beiden Ländern hatte sich zugespitzt. Die Regierung in Islamabad wirft Afghanistan vor, pakistanischen Extremisten zu unterstützen. Die Taliban weisen die Vorwürfe zurück.