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Für Montag und Dienstag geplantPilotengewerkschaft rechnet mit 400 Flugstreichungen pro Tag beim Lufthansa-Streik

12.04.2026, 16:25 Uhr
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Die Gewerkschaft Cockpit hat bei Lufthansa und Eurowings auch am Hamburger Flughafen zum Streik aufgerufen. (Symbolbild)

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geht bei dem für Montag und Dienstag geplanten Streik bei der Lufthansa vom Ausfall Hunderter Flüge pro Tag aus.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) geht bei dem für Montag und Dienstag geplanten Streik bei der Lufthansa vom Ausfall Hunderter Flüge pro Tag aus. Die Ausfallquote werde voraussichtlich wie beim letzten Arbeitskampf im März bei rund 80 Prozent der geplanten Flüge bei der Kernmarke Lufthansa auf der Kurzstrecke liegen, erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro am Sonntag. Das wären etwa 400 Flugstreichungen pro Tag. Bei Langstreckenflügen sei der Ausfall etwas geringer, weil die Gewerkschaft Flüge in den Nahen Osten aufgrund der angespannten Lage durch den Iran-Krieg ausnimmt. "Das ist nicht schön für die Passagiere, wird aber so kommen", sagte er.

Am Freitag erst hatten die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter der Lufthansa die Arbeit niedergelegt, was zu massiven Störungen zum Ende der Osterferien führte. Im Tarifstreit über die betriebliche Altersvorsorge legen die Cockpit-Beschäftigten der Lufthansa zum dritten Mal in diesem Jahr die Arbeit nieder. Der Streik beginnt in der Nacht zum Montag um 0.01 Uhr und endet am Dienstag kurz vor Mitternacht. Auch die Regionalfluggesellschaft Cityline wird zwei Tage bestreikt. Deren Flüge werden nach Einschätzung der VC komplett ausfallen.

Erstmals zum Streik aufgerufen sind die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa-Tochter Eurowings Deutschland - auch dabei geht es um höhere Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge. Der Ausstand ist auf den Montag begrenzt. Eurowings erklärte, nur der deutsche Flugbetrieb sei betroffen, während Eurowings Europe nicht bestreikt werde. "Die Fluggesellschaft geht davon aus, einen großen Teil ihres Flugprogramms durchführen zu können", erklärte das Unternehmen. Neben Eurowings Europe könne die Airline auch auf die Unterstützung von Partner-Airlines zählen. Auf diese Weise versucht auch die Lufthansa, die Auswirkungen auf die Fluggäste zu begrenzen.

Der VC-Chef bekräftigte, in den Gesprächen zu Forderungen nach höheren Beiträgen zur Altersversorgung wolle die Lufthansa nach wie vor keinen Cent mehr zahlen. Für den Fall, dass sich der Arbeitgeber nicht bewegt, schloss der VC-Chef weitere Streiks nicht aus. "Solange wir kein Angebot haben, ist eine weitere Eskalation nicht ausgeschlossen", sagte Pinheiro.

Vor zehn Jahren hatten die Tarifparteien nach einer Streikwelle das System von einer garantierten Leistung auf einen fixen Beitrag umgestellt. Die Höhe hängt damit von Renditen am Kapitalmarkt ab, was nach Ansicht der VC zu einer zu niedrigen Betriebsrente führt. Nach einer Beispielrechnung der VC vom vergangenen Jahr soll die Lufthansa die Zuzahlung von derzeit 820 Euro auf 1800 Euro im Monat erhöhen. Gefordert wurde zudem ein jährlicher Bonus von 1000 Euro und eine Einmalzahlung in das System in Höhe eines Monatsgrundgehalts. Die Lufthansa erklärte, das sei nicht bezahlbar. Die Ausgaben für die "ohnehin schon sehr gute" Altersversorgung im Cockpit würden sich mehr als verdoppeln. 

Quelle: ntv.de, RTS

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