Anstieg bei GewaltverbrechenPolizeiliche Kriminalstatistik zeigt deutlichen Zuwachs bei Gewaltdelikten 2024

Die Zahl der erfassten Gewaltdelikte ist nach der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie der "Spiegel" am Freitag unter Berufung auf die Statistik berichtete, zählte die Polizei 2024 rund 217.300 Taten, die sie der Gewaltkriminalität zurechnet, ein Plus von 1,5 Prozent im Jahresvergleich und ein neuer Höchststand seit 2010. Die Zahlen wollen Innenministerin Nancy Faeser und der Chef des Bundeskriminalamts, Holger Münch, am kommenden Mittwoch vorstellen.
Insgesamt stieg die Gewaltkriminalität seit 2010 um acht Prozent, Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung sogar um fast elf Prozent, wie das Nachrichtenmagazin weiter aus der Statistik zitierte.
Im vergangenen Jahr stieg demnach im Jahresvergleich außerdem die Gewaltkriminalität bei Kindern und Jugendlichen erneut an: So gab es bei Kindern 11,3 Prozent mehr Tatverdächtige, bei Jugendlichen waren es 3,8 Prozent. Das könne an einem Anstieg psychischer Belastungen liegen, was "im Zusammenwirken mit anderen ungünstigen Faktoren die Wahrscheinlichkeit" von Straftaten erhöhen könne.
Verglichen mit dem Vorjahr nahm außerdem die Zahl nichtdeutscher Verdächtiger bei Gewalttaten um 7,5 Prozent zu. Eine Zunahme der Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger sei angesichts der wachsenden nichtdeutschen Bevölkerung zu erwarten gewesen. Außerdem seien diese Menschen "mutmaßlich besonders von Risikofaktoren betroffen", die herkunftsunabhängig die Wahrscheinlichkeit von Straftaten erhöhten, zitierte der "Spiegel" aus dem Bericht.